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Wie kann ich mich der   Angst entgegenstellen?

Wie kann ich mich der Angst entgegenstellen?

Möglicherweise hast Du während Deiner Er­krankung mit aufkommenden Ängsten zu tun. Das ist erst einmal nichts Unge­wöhn­li­ches, denn die Diagnose kommt meist sehr unerwartet.


Wir möchten Dir hier ein paar Denkansätze zeigen, die Situation neu zu bewerten und da­durch hoffentlich etwas besser damit umgehen zu können.
Außerdem wollen wir Dir anhand von kleinen Beispielen zeigen, dass Du mit bestimmten Techniken die Situation wieder besser unter Kontrolle kriegen kannst.

Denkansätze:

  • Erlaube Dir jetzt Deine Prioritäten im Leben neu zu bewerten.
    Vielleicht gibt es Dinge, die Du jetzt gerne machen möchtest. Verschiebe sie nicht!

  • Genieße die guten Momente in­tensiv.
    Lies ein gutes Buch. Triff Dich mit Menschen, die Dir guttun. Iss Dein Lieb­lings­essen. Wenn Du die Natur liebst, dann geh raus und genieße die Luft.

  • Schau liebevoll auf Dein jetziges Leben.
    Die Situation ist gerade nicht leicht. Aber vielleicht kannst Du sie an­neh­men und auch hier die guten Momente finden. Nicht jeder Tag ist gleich. Schau liebevoll auf die schö­nen Dinge, die sicherlich auch da sind. Du wirst sehen, dass sich dann auch mehr Zufriedenheit einstellen kann.

  • Versuche nicht zu weit in die Zu­kunft zu planen
    Dies ist eine Zeit, in der Du es dir er­lau­ben solltest, nicht zu viele Pläne und Ge­dan­ken um die Zukunft zu machen. Natürlich sollst Du weiter träumen und Dich auf die Zukunft freuen. Aber versuche auch den ak­tuellen Tag, diese Woche und diesen Monat be­wusst zu erleben.

  • Erinnere Dich an Deine Stärken
    Sicherlich gab es auch vorher in Dei­nem Leben schon einmal Situa­tionen, die Dich ge­for­dert haben und in denen Du Deine eigenen Stärken mobilisieren musstet. Viel­leicht hast Du sogar jetzt schon ein konkretes Beispiel vor Au­gen. Sich daran zu er­in­nern und fest daran zu glauben, dass Du auch diese Zeit aus eigener Kraft mit­ge­stal­ten und be­wälti­gen kannst, wird Dir dabei helfen, der Angst die Stirn zu bieten.

Techniken zur Angstbewältigung:

  • Entwickle Alternativgedanken
    Versuche so objektiv wie möglich auf die Situation zu schauen. Ist es viel­leicht gerade alles nur zu viel, was Dich belastet?

Beispiele: Kommen mögliche Bauch­schmerzen vielleicht daher, dass Du etwas stark Gewürztes ge­gessen hast? Oder hast Du Muskel­zucken, weil du zu viel Sport ge­trie­ben hast?

  • Wirklichkeitsabgleich
    Wir neigen in angespannten Situa­tionen dazu, in einen negativen Ge­dan­ken­strudel zu versinken. Dabei kann Dir helfen, Deine Gedanken im­mer wieder mit der Realität ab­zu­glei­chen.

Beispiele: Wie wahrscheinlich ist eine Metastase nach dem letzten unauffälligen CT-Befund? Dieses Glas Wein ist mir doch vor zwei Tagen auch gut bekommen; warum sollte das jetzt heute anders sein?

  • Besinne Dich auf Deine Stärken
    Du hast sicherlich viele Fähigkeiten, Kraftquellen und Stärken, die Dir jetzt helfen kön­nen, die Erkrankung und damit verbundenen Bedenken, besser in den Griff zu be­kom­men.

Beispiele: Welche Strategien habe ich im Beruf/in der Familie erlernt, um an­stren­gen­de Zeiten zu über­stehen? Gibt es in meinem Umfeld vielleicht Menschen oder Gruppen, die mich unterstützen können?

  • Mach konkrete Pläne
    Manchmal kommt es vor, dass Du vielleicht zu viel nachdenkst und zu wenig aktiv bist. Plane Dinge, die Du erledigen möchtest oder Dir die gut­tun.

Beispiele: Vereinbare einen Termin zur Abklärung neuer Symptome und mache Dir klar, dass Du erst nach dem Termin sicher weißt, ob es Grund gibt, weitere The­ra­pien zu veranlassen. Plane eine feste Zeit ein, in der Du Ent­span­nungs­tech­niken ausprobieren willst.

  • Denke Deine Gedanken zu Ende
    Wenn Du Dir Sorgen um etwas machst, dann versuche nicht darin stecken zu bleiben, sondern nach Möglichkeiten zu suchen, die Dir helfen können

Beispiele: Was ist meine größte Sor­ge, die eintreten kann und welche Strategien kann ich jetzt schon dafür entwickeln? (Dies kannst Du wie in einer Dauerschleife denken, bis Du eine für Dich pas­sen­de Lösung gefunden hast. Vielleicht hast Du auch Lust das auf­zu­schrei­ben).

  • Sprich Dir selber Mut zu
    Du kennst Dich besser, als jeder an­de­re Mensch in Deinem Umkreis. Sprich Dir gut zu und mach Dir selber Mut

Beispiele: Welche Fakten kenne ich? Was ist mein Ziel? Möchte ich mich wirklich verrückt machen? NEIN – ich schaffe das und ich werde mich nicht unterkriegen lassen. Ich weiß, was mir guttut und wer/was mir helfen kann.

Zuletzt möchten wir Dir noch mit auf den Weg geben, dass es Dir auch immer offen steht professionelle Unterstützung durch einen Psychoonkologen in Anspruch zu nehmen!

Sprich mit Deinem Arzt darüber, er wird Dir zuhören und Dir sicher Kontakt­adres­sen nennen können.

Quellenangaben

  1. Bandelow, B. (2013). Das Angstbuch: woher Ängste kommen und wie man sie bekämpfen kann. Rowohlt Verlag GmbH.
  2. Verres, R. (2013). Krebs und Angst: subjektive Theorien von Laien über Entstehung, Vorsorge, Früherkennung, Behandlung und die psychosozialen Folgen von Krebserkrankungen. Springer-Verlag.
  3. Tausch, A. M. (2017). Gespräche gegen die Angst: Krankheit–ein Weg zum Leben. Rowohlt Verlag GmbH.

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