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Welche Sozialleistungen stehen mir zu?

Welche Sozialleistungen stehen mir zu?

Um Dich darüber zu informieren, welche finanziellen Unterstützungen Du evtl. beantragen kannst, haben wir Informationen gebündelt.

Deine Ärzte werden Dir eine Vielzahl von Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten anbieten, bei denen Du immer selbst entscheiden solltest, welche Du nutzen möchtest und welche Dir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll entscheiden.

Mit diesen Entscheidungen gehen auch häufig andere Fragen mit einher:

  • Wer zahlt das?

  • Kann ich mir das leisten?

  • Wie sind meine Angehörigen abgesichert, während ich krank bin?

  • Wie kann ich mir von außen im Alltag helfen lassen?

  • Kann ich finanziellen Hilfen beantragen?

  • Welche sind die richtigen Ansprechpartner/Institutionen?

  • Habe ich Anspruch auf eine Reha-Behandlung im Anschluss an meine Therapien?

Jedem in unserer Gesellschaft ist bewusst, dass Deine Krebserkrankung ein großer Einschnitt in Deinem Leben ist und Du vor eine Vielzahl von Entscheidungen gestellt wirst. Aber Du bist nicht allein! Es gibt spezielle Unterstützungsangebote und Institutionen, die sich auf Patienten wie Dich spezialisiert haben.

Mika ist eines dieser Angebote. Hier findest Du verschiedene Dinge, die dazu beitragen können, dass Du:

  • mehr Kontrolle über Deine Symptome bekommst

  • Deine Arztgespräche vorbereiten kannst, indem Du Dir noch mal Deinen Symptomverlauf anschaust

  • Deine Termine rund um Deine Behandlungen und Arzttermine planen kannst

  • hilfreiche Inhalte zu den Themen: Ernährung und Rezepte, Bewegung, Informationen zu Krebs, Alltagstipps, Recht und Finanzen, Mentale Gesundheit und Survivor Stories findest

Darüber hinaus gibt es in Deutschland noch eine Vielzahl von Unterstützungsangeboten. Manchmal ist es bei der Fülle an Anbietern etwas undurchsichtig. Wir wollen Dir hier helfen, Dich besser zurecht zu finden.

Wo kann ich mich informieren?

Sozialdienste sind ein guter Ansprechpartner, da sie oft sehr umfassend betreuen. Du findest sie bei z.B. Deiner Krankenkasse, Deiner Klinik oder Deiner Reha-Klinik. Hier hilft man Dir, Anträge zu stellen. Man erklärt Dir, welche Ansprüche Du hast und welche Behörde oder öffentliche Stelle hierfür zuständig ist.

Krebsberatungsstelle in Deiner Umgebung halten häufig einen ähnlichen Service vor und können Dich zu sozialrechtlichen Fragen beraten.

Und es gibt auch zwischenzeitlich gut aufgestellte onkologische Praxen, die Mitarbeiter haben, die für die soziale Unterstützung der Patienten verantwortlich sind und eine Anlaufstelle für Dich sein können. Frag am besten einfach mal bei Deinem behandelnden Arzt nach, wenn Du Hilfe brauchst!

Wie kann mich meine Krankenkasse unterstützen?

Neben dem Sozialdienst, den jede gesetzliche Krankenkasse vorhalten muss, kannst Du hier bei den übrigen Mitarbeitern der Krankenkasse alle Fragen zu medizinischen Leistungen klären.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen eine Reihe von Kosten rund um Deine Behandlung. Im Folgenden sind nur einige beispielhaft benannt:

  • Deine ärztliche Behandlung

  • eine Psychotherapie, wenn diese von einem Arzt oder einem approbierten Psychologen (Psychotherapeut) durchgeführt wird

  • alle Krankenhausbehandlungen

  • Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln

  • häusliche Krankenpflege. Es sei denn eine im Haushalt lebende Person kann Dich im erforderlichen Umfang pflegen und versorgen.

  • Leistungen zur medizinischen Rehabilitation

  • Übernahme von Kosten für Fahrten, wenn sie im Zusammenhang mit einer Leistung der Krankenkasse aus zwingenden medizinischen Gründen notwendig sind

  • Krankengeld (in der Regel ab der 7.Woche Deiner Krankschreibung für maximal 1,5 Jahre)

  • Fahrtkosten zu ambulanten Behandlungen wie einer onkologischen Chemo- und Strahlentherapie (diese müssen aber vorher von der Kasse genehmigt werden)

Weiterhin kann es sein, dass Du nach § 38 Sozialgesetzbuch 5 (SGB V) Anspruch auf die Beschäftigung einer Haushaltshilfe hast, wenn die Weiterführung des Haushalts wegen Deiner Krankenhausbehandlung nicht möglich ist und ein Kind unter 12 Jahren oder ein behindertes Kind in Deinem Haushalt lebt.

Dies greift nicht, wenn eine im Haushalt lebende Person den Haushalt weiterführen kann. Nach § 38 II SGB V kann Deine Kasse aber regeln, dass Du auch in anderen Fällen Anspruch auf eine Haushaltshilfe haben kannst.

Es empfiehlt sich daher immer ein Gespräch mit der Krankenkasse zu führen, um zu schauen, welche Vergünstigungen sie dort möglicherweise für Dich bereithalten.

Was übernimmt die Pflegeversicherung?

Sobald die Pflegebedürftigkeit im Sinne des 11. Sozialgesetzbuchs (SGB XI) z. B. durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) festgestellt wurde und Du entweder zu Hause oder stationär gepflegt wirst, übernimmt Deine Pflegeversicherung die Kosten. Hierzu muss allerdings ein Antrag gestellt werden.

Die Höhe der Leistungen, die Dir dann zustehen können, richtet sich nach der Pflegestufe, die vom MDK festgelegt wird.

Anschließend stehen Dir dann möglicherweise folgende Hilfen zu:

  • Pflegesachleistung (häusliche Pflegehilfe)

  • häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson

  • Pflegegeld für selbstbeschaffte Pflegehilfen

  • Pflegehilfsmittel und Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen

  • Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen

  • Kurzzeitpflege (bis zu vier Wochen pro Jahr)

  • vollstationäre Pflege (wenn häusliche Pflege oder teilstationäre Pflege nicht in Betracht kommt)

Aber es ist immer das erklärte Ziel Deiner Behandler und Therapeuten eine Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Deshalb sind Prävention, Krankenbehandlung und medizinische Rehabilitation wichtige Pfeiler in Deiner Behandlung, die Du auch immer nach Deinen tatsächlichen Bedürfnissen ausschöpfen solltest.

Wer zahlt meine Reha-Behandlung?

Rehabilitationsbehandlungen können sowohl stationär (in einer Reha-Klinik) oder ambulant (in einem Reha-Zentrum vor Ort, einer Reha-Praxis, einer Reha-Klinik mit ambulantem Angebot) durchgeführt werden.

Für welche Art Du Dich entscheidest, solltest Du von Deinen Erwartungen und Vorlieben abhängig machen und mit Deinem behandelnden Arzt besprechen. So kann es für Dich vielleicht besser sein, eine stationäre Reha zu machen, bei der Du für ein paar Wochen an einem wunderschönen Ort mit Gleichgesinnten zusammen bist. Dort hast Du ein umfassendes Programm und musst Dich nicht um Deinen Haushalt oder andere Dinge des täglichen Lebens kümmern. Für manche Patienten ist so ein Aufenthalt wie ein Urlaub.

Es kann aber auch sein, dass Du nicht so weit von zuhause weg sein willst und Dich pudelwohl in Deinem Umfeld fühlst. Dann kann es besser für Dich sein, ein ambulantes Reha-Angebot anzunehmen, bei dem Du zwar Fahrten von zuhause zur Therapie in Kauf nehmen musst, Du aber in Deinem eigenen Bett schlafen kannst.

Hier gibt es kein richtig oder falsch! So verschieden wie wir Menschen sind, so verschieden sind auch die Dinge, die uns guttun. Entscheide selbst!

Wer Deine Behandlungen und den Aufenthalt bezahlt ist davon abhängig, unter welche Kategorie Deine Therapien fallen:

  • Leistungen zur medizinischen Rehabilitation werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen

  • Leistungen für Behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen werden vom Träger der gesetzlichen Rentenversicherung übernommen. Dies kann für Dich gelten, wenn Du z.B. einen Schwerbehindertenausweis aufgrund Deiner Erkrankung erhalten hast
  • Für die berufliche Rehabilitation und für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben ist die Bundesagentur für Arbeit zuständig
  • Beamte und die meisten Selbstständigen müssen sich hingegen an ihre private Krankenversicherung wenden.

Wo Du Beratungsstellen zum Thema Rehabilitation in Deiner Nähe findest, kannst Du hier nachschauen: www.reha-servicestellen.de

Welche finanzielle Unterstützung bekomme ich aufgrund meiner Erkrankung?

Wenn Du zu Beginn Deiner Erkrankung und Deiner Behandlungen angestellt berufstätig warst, erhältst Du in den ersten sechs Wochen Lohnfortzahlung durch Deinen Arbeitgeber. Dies beläuft sich auf 100% Deines üblichen Gehalts. Zum fortzuzahlenden Entgelt gehören auch Gefahren-, Erschwernis-, Nacht-, Sonntags- oder Feiertagszuschläge sowie zusätzlich zum Arbeitslohn vom Arbeitgeber gewährte vermögenswirksame Leistungen.

In Tarifverträgen wird aber häufig als Berechnungsgrundlage für die Lohnfortzahlung der Durchschnittsverdienst festgelegt. Hierzu kann Dir der Betriebsrat in dem Unternehmen, in dem Du angestellt bist (soweit vorhanden) weitere Informationen geben.

Nach diesen sechs Wochen kannst Du Leistungen von der Krankenkasse in Form von Krankengeld erhalten. Hierfür musst Du einen Antrag bei Deiner Krankenkasse stellen. Häufig sendet diese Dir aber schon unaufgefordert die notwendigen Unterlagen zu, wenn sie sieht, dass der 6-Wochen-Zeitraum bald abgelaufen ist.

Bei manchen Diagnosen oder Behandlungsverläufen kannst Du eine Erwerbsminderungsrente von der gesetzlichen Rentenversicherung beantragen. Um dies zu klären solltest Du Kontakt mit dem Sozialdienst (in der Klinik, bei einer Krebsberatungsstelle, öffentlichen Trägern o.ä.) aufnehmen (s.o.).

Wenn Du privat versichert bist, kannst Du evtl. Verdienstausfälle über eine entsprechende Krankentagegeldversicherung abfangen.

Wenn Du zum Zeitpunkt der Erkrankung in keinem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden hast (Minijob, arbeitslos), kannst Du evtl. finanzielle Hilfen über die Arbeitsagentur oder das Sozialamt beziehen.

Es empfiehlt sich in jedem Fall, weitere Informationen hierzu zu suchen. Du kannst dies im Internet, bei Beratungsstellen vor Ort machen oder Du kannst hier unter der Rubrik „Recht und Finanzen“ hierzu lesen.

Quellenangaben

  1. reha-servicestellen.de (26.03.2018)
  2. http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/ (26.03.2018)
  3. Müller, M. (2017). Aktueller Ratgeber „Sozialleistungen bei Krebserkrankungen “.

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