Was kannst Du als Mann tun, um besser durch die Therapie zu kommen?

Autor: Dr. Volker Henn • Fachliche Prüfung: Dr. Christian Keinki
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Wie gut Deine Therapie wirkt und wie es Dir dabei geht, kannst Du mit beeinflussen. Wichtig sind vor allem ein gesunder Lebensstil und mentale Entlastung.

In diesem Artikel erfährst Du:

  • wie sich Männer und Frauen bei Krebserkrankungen unterscheiden
  • auf welche Dinge Du als Mann speziell achten kannst
  • wie mentale Entlastung Dir weiter hilft

Menschen sind verschieden und gehen unterschiedlich mit einer Krebserkrankung um. Auch zwischen Männern und Frauen gibt es Unterschiede, siehst Du Dir den Durchschnitt an: Studien konnten in einigen Fällen erste Hinweise für Unterschiede zwischen den Geschlechtern finden, sowohl bei der Entstehung und Behandlung als auch bei der Verarbeitung der Erkrankung. Dieses Wissen kann Dir helfen, Deine Krankheit besser zu meistern.

Was ist bei Männern anders?

Zwischen Männern und Frauen gibt es viele Unterschiede – einige wirken sich möglicherweise auch auf eine Krebserkrankung aus:

  • Krebszellen haben es vermutlich in einem männlichen Körper leichter: Hormone, Immunreaktionen und das Erbgut könnten möglicherweise deren Entstehung und Wachstum begünstigen.
  • Männer haben laut Statistiken einen ungesünderen Lebensstil als Frauen.
  • Insgesamt haben Männer ein höheres Krebsrisiko.
  • Männer leiden seltener an den Nebenwirkungen der Therapie.
  • Die langjährige Überlebensrate von Männern ist etwas geringer.
  • Männer nehmen seltener mentale Unterstützung in Anspruch.

Was kannst Du als Mann besonders beachten?

Es lohnt sich immer, an einem gesünderen Lebensstil zu arbeiten: Das unterstützt den Erfolg der Therapie und verbessert Deine Lebensqualität.

  • Verzichte auf Tabak und Alkohol oder reduziere zumindest deren Konsum.
  • Bewege Dich regelmäßig.
  • Ernähre Dich gesund und strebe ein normales Körpergewicht an.
  • Verringere mentale Belastungen.

Auch Deine psychische Gesundheit ist wichtig, denn sie beeinflusst Deine Gefühlslage und Deine Lebensqualität. Denn: Geht es Dir mental gut, hast Du wahrscheinlich auch einen gesünderen Lebensstil. Vielleicht greifst Du weniger zu Genussgiften wie Alkohol und Zigaretten. Und damit unterstützt Du den Erfolg Deiner Krebstherapie.

Das soll aber nicht bedeuten, dass Du nicht auch mal schlecht gelaunt sein darfst. Mentale Gesundheit bedeutet vielmehr, dass Du auch negative Gefühle bewusst annimmst und verarbeitest.

Was kannst Du tun für mehr mentale Entlastung?

Vielleicht fällt es Dir schwer, über Deine Gefühle zu sprechen. Das ist ok, wenn es Dir damit gut geht. Es ist aber sehr wichtig, dass Du psychische Belastungen nicht versuchst „auszuhalten“. Ebenso wie Schmerz chronisch werden kann, kann auch eine mentale Belastung anhaltend werden und Deine Therapie negativ beeinflussen.

Folgende Dinge können Dir helfen:

  • Mach Dir bewusst, dass es normal ist, sich durcheinander und belastet zu fühlen.
  • In einem ersten Schritt kann es sehr hilfreich sein, Deine Gedanken aufzuschreiben – ganz für Dich allein.
  • Auch wenn es Überwindung kosten kann: Sprechen hilft fast immer: mit Familie, Freunden, Bekannten, Deinem Behandlungsteam oder Gleichgesinnten … Nutze die vielen Hilfsangebote von Krebsberatungsstellen und Selbsthilfegruppen.
  • Für einen klaren Kopf können auch Bewegung, Kunst und Meditation helfen.
  • Mach Dich frei von Schuld-Gedanken.

Zahlen und Fakten – Wissen im Detail

Was ist eigentlich Psychoonkologie?

Die Folgen von Krebs spürt nicht nur der Körper – auch Deine Gedanken, also die Psyche kann darunter leiden. Etwa 60 von 100 Betroffenen fühlen sich nach der Diagnose niedergeschlagen, schwermütig oder verzweifelt.

Hilfe bietet die Psychoonkologie: Sie unterstützt Dich bei allen Problemen, die mit Deiner Erkrankung zusammenhängen. Du musst auch nicht warten, bis die Ängste und Sorgen groß werden. Fachleute der Psychoonkologie stehen Dir in jeder Phase der Erkrankung und Therapie zur Seite.

Psychoonkologinnen und Psychoonkologen sind erfahrene und besonders ausgebildete Fachleute. Sie nutzen erprobte Methoden, um Deine Probleme und Sorgen besser zu verstehen. Mit diesem Wissen erstellen sie Hilfsangebote, die genau auf Deine Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die Psychoonkologie hat sich seit vielen Jahren bewährt: Sie ist ein fester und anerkannter Bestandteil der Krebstherapie.

Wobei hilft die Psychoonkologie?

Eine Krebsdiagnose löst oft viele Sorgen und Ängste aus. Dazu gehören ganz alltägliche Probleme, aber auch grundlegende existenzielle Fragen. Die Psychoonkologie macht Hilfsangebote, die all diese Bereiche umfassen. Es gibt kaum einen Aspekt Deines Lebens, den Du dort nicht ansprechen kannst. Deine Angehörigen können diese Angebote ebenfalls nutzen.

Die Fachleute unterstützen Euch zum Beispiel bei:

  • dem seelischen Umgang mit der Erkrankung durch psychologische Beratung und Unterstützung
  • sozialen und rechtlichen Fragen
  • beruflichen und finanziellen Problemen
  • dem Wiedereinstieg in den Beruf
  • der Beantragung von Sozialleistungen
  • der Bewältigung von Stress mithilfe von Entspannungstechniken

Wie helfen Entspannungsübungen?

Es ist verständlich, wenn Du nach der Diagnose Stress und seelische Anspannung verspürst. Doch Du kannst dem entgegenwirken. Eine mentale Entlastung hilft Dir nicht nur im Alltag – sie kann auch einen wichtigen Beitrag zur Krebstherapie leisten. Es gibt zahlreiche Methoden, die innere Ruhe und Gelassenheit vermitteln: Achtsamkeitsübungen, Yoga und Musiktherapien sind nur einige davon.

Viele Studien haben nachgewiesen, dass Entspannungstechniken unter anderem:

  • Angstgefühle und Depression verringern
  • das Schmerzempfinden reduzieren können
  • die Lebensqualität verbessern

Zusammengefasst

Statistisch gibt es einige Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei einer Krebserkrankung – Männer haben ein etwas höheres Krebsrisiko als Frauen. Auch während der Erkrankung sind Unterschiede festzustellen. Beispielsweise scheuen sich Männer häufiger, seelische Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die Psychoonkologie macht hier wertvolle Angebote: Sie unterstützt Dich in fast allen Lebenslagen, von seelischen Belastungen bis hin zu existenziellen Sorgen.

Das kannst Du tun

  • Bringe Deine Gedanken, Ängste und Sorgen aus Deinem Kopf in die Welt! Am besten, indem Du mit anderen sprichst. Auch Schreiben oder Kunst können hier helfen.
  • Nutze Unterstützungsangebote von Selbsthilfegruppen und wende Dich an Fachleute der Psychoonkologie.
  • Achte auf Dich! Versuche, Dich viel zu bewegen und ausgewogen zu essen. Eine professionelle Ernährungsberatung kann Dir hierbei helfen.
  • Probiere verschiedene Entspannungsübungen aus, hier in Mika findest Du eine erste Auswahl! Probiere beispielsweise die Themenreise „Yoga bei Krebs“ oder die Entspannungsübungen in der Entdecken-Kategorie „Entspannung“.
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Quellenangaben
  • Kindler-Röhrborn A, Krebsrisiko: Bei Frauen und Männern unterschiedlich ausgeprägt, 13.03.2020, Deutsches Ärzteblatt, doi.org
  • Müller I, Psychoonkologie bei Krebs – Beistand für die Seele, 09.03.2022, Prostata Hilfe Deutschland e.V., abgerufen am 06.10.2022 von www.prostata-hilfe-deutschland.de
  • Keiner D, Gendermedizin: Der kleine Unterschied, 07.10.2015, Pharmazeutische Zeitung, www.pharmazeutische-zeitung.de
  • Ärztezeitung, Viele geschlechtsspezifische Unterschiede bei Krebs, 20.06.2018, abgerufen am 06.10.2022 von www.aerztezeitung.de
  • Davenport L, Männer haben ein höheres Risiko für 11 Krebsarten – und es liegt nicht nur an der ungesünderen Lebensweise, 26.08.2022, Medscape, abgerufen am 06.10.2022 von deutsch.medscape.com
  • Bayer, F. Billaudelle, J. Alt, G. Heß, M. Specht, B. Höfinghoff, P. Riedel, M. Wickert, M. Hechtner, Was Männer davon abhält, ambulante Krebsberatungsstellen aufzusuchen, 30.09.202, Der Onkologe 11/20, doi.org
  • Zhu, C., & Boutros, P. C. (2021). Sex Differences in Cancer Genomes: Much Learned, More Unknown. Endocrinology, 162(11), bqab170. doi.org
  • Rubin, J. B. (2022). The spectrum of sex differences in cancer. Trends in Cancer, 8(4), 303–315. doi.org
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