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Low-fat steigert Überlebenschance bei Brustkrebs

Low-fat steigert Überlebenschance bei Brustkrebs

Eine groß angelegte Studie konnte zeigen, dass eine fettreduzierter Ernährung das Sterberisiko bei Brustkrebs senken kann.

Manchmal müssen das leckere Stück Sahnetorte, ein oder zwei Schokoriegel, Chips oder schön dick Butter unter der Wurst einfach sein. Nicht nur, weil es so lecker ist, sondern auch, weil sich beim Vernaschen all dieser zucker- und fettreichen Lebensmittel so ein wohliges Gefühl im Bauch ausbreitet, als würden wir herzlich umarmt. Auch wenn wir einen schnellen Energieschub brauchen, ist der erste Griff der zur Schokolade. Scheinbar sollen darin sogar Glückshormone versteckt sein, die den ganzen Genuss noch zusätzlich toppen. Dass gesunde Ernährung anders aussieht, wissen wir alle.

Auf Dauer jedoch kann zucker- und fettreiche Nahrung dick und auch krank machen. So konnte kürzlich ein umfangreiches Experiment nachweisen, dass der Verzicht auf unnötige Fette und dafür der Verzehr von frischen Früchten und Gemüse, das Risiko an Brustkrebs zu sterben, verringern kann. Das Experiment wurde mit 49.000 Frauen und über 20 Jahre lang durchgeführt. Daher verdient es besondere Beachtung [1].

Obst und Gemüse statt Fette: Das Experiment

Um herauszufinden, ob eine Änderung des Ernährungsverhaltens die Überlebenschance von Brustkrebspatientinnen verbessern kann, haben Forscher Frauen über einen langen Zeitraum begleitet. Gesunde Frauen, die ihre Essgewohnheiten über einen Zeitraum von acht Jahren geändert hatten und später an Brustkrebs erkrankten, wiesen ein geringeres Risiko auf, an dem Krebs zu sterben, verglichen mit den Frauen, die sich wie gewohnt ernährten. Das ursprüngliche Ziel der Forscher war zu prüfen, ob eine gesunde Ernährung das Risiko für Brustkrebs reduzieren könne. Doch das schien nicht der Fall zu sein.

Das Dana-Farber Krebsinstitut in Boston betonte dazu, dass Patienten bei Aufgaben zur Verbesserung ihres Krankheitszustandes, die sie realistisch bewältigen können, sehr engagiert sind. Daher könnten Ernährungsvorgaben, Gewichtsreduktion und Bewegungsübungen durchaus in ein Behandlungsschema integriert werden.

Ursprünglich war die Studie Teil einer groß angelegten Initiative der Women`s Health Gruppe, die letztlich zu einer Änderung der Empfehlungen zur Hormon-Langzeittherapie zur Minderung von menopausalen Symptomen führte [2]. In den Teil, wo es um die Ernährung der Frauen ging, wurden knapp 49.000 Frauen im Alter zwischen 50 und 79 Jahren eingeschlossen. Alle Frauen waren zu Beginn der Beobachtung krebsfrei. Die eine Gruppe der Frauen nahm ein Drittel (32%) oder mehr der täglichen Kalorien in Form von Fett auf. Die andere Gruppe (low-fat-Gruppe) wurde regelmäßig von Ernährungswissenschaftler geschult und angehalten, den Fettgehalt ihrer Nahrung auf 20% des täglichen Kalorienbedarfs zu verringern und mindestens fünfmal täglich Obst und Gemüse sowie Ballaststoffe zu verzehren [4]. Die restlichen Frauen hielten ihre Essgewohnheiten bei.

Zwar konnte die low-fat-Gruppe die Fettreduktion nicht über die ganze Zeit beibehalten, konnte aber immerhin die Fettaufnahme innerhalb des ersten Jahres auf 24% und nach acht Jahren auf 30% reduzieren, was immer noch weniger war, als vor Beginn der Studie.

Die Studie konnte nachweisen, dass nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von rund 8 Jahren 9% weniger invasive Mammakarzinomen in der Diätgruppe auftraten, als in der Vergleichsgruppe [4]. Nach 20 Jahren starben von denjenigen Frauen, die schließlich Brustkrebs bekamen, weniger in der low-fat-Gruppe. Außerdem hatten sie ein um vermindertes Gesamtsterberisiko unabhängig der Ursache als die Frauen in der Vergleichsgruppe. Vorausgesetzt, die fettarme Diät wurde mindestens acht Jahr lang durchgeführt.

Die Merkmale des Brusttumors (wie Tumorgröße, Lymphknotenstatus, Metastasierung etc.) waren in beiden Gruppen vergleichbar. Der Brustkrebs der Frauen in der „low-fat-Gruppe“ war aber weniger hormonempfindlich, d.h. er wuchs seltener unter dem Einfluss von Hormonen [3].

Warum hatten die Frauen in der low-fat-Gruppe ein verringertes Sterberisiko?

Im Bereich der Ernährung ist es immer sehr schwer, genau zu sagen, welche Veränderung was bewirkt hat. Zu viel stärkehaltige Lebensmittel zu konsumieren, gilt z.B. als eher ungünstig. Aber Fette sind nicht gleich Fette. Gehärtete Fette sind z.B. ungünstiger für die Gesundheit als kaltgepresste Öle, wie Olivenöl. Auch die Forscher der Studie mussten im Verlauf sehr viel dazulernen. Unklar bleibt nach Ende der Studie also, welche Komponente der Ernährungsumstellung für den positiven Effekt verantwortlich war: Das Obst, das Gemüse, die Ballaststoffe oder die Fettreduktion oder aber alles zusammen oder schlicht eine Gewichtsreduktion.

Einen Zusammenhang zwischen Fettaufnahme und Überlebenschancen nach Brustkrebs haben Forscher schon seit langem vermutet. Die Studie hat nun zum ersten Mal gezeigt, dass nur eine dauerhafte Reduktion der Fettzufuhr die Überlebenschancen mit Brustkrebs erhöht. Du solltest also bei einer fettarmen Ernährung bleiben, wenn Du auch tatsächlich langfristig profitieren möchtest.

Was Du auf jeden Fall als Botschaft mitnehmen kannst, ist, dass schon kleine Änderungen in der Ernährungsweise Deine Gesundheit positiv beeinflussen können. Dabei geht es nicht darum, dass Du nur Gemüse und Obst isst. Du solltest aber auch nicht Deinen täglichen Kalorienbedarf nur in Form von Schokoriegel aufnehmen. Wenn Du Dich konsequent ausgewogen ernährst und in Maßen genießt, kannst Du hoffentlich noch in zwanzig Jahren davon profitieren.

Quellenangaben

  1. Henderson MM, Kushi LH, Thompson DJ, Gorbach SL, Clifford CK, Insull W Jr, Moskowitz M, Thompson RS. Feasibility of a randomized trial of a low-fat diet for the prevention of breast cancer: dietary compliance in the Women's Health Trial Vanguard Study. Prev Med. 1990 Mar;19(2):115-33. doi: 10.1016/0091-7435(90)90014-b. PMID: 2193306.
  2. Chlebowski RT, Aragaki AK, Anderson GL, et al. Association of Low-Fat Dietary Pattern With Breast Cancer Overall Survival: A Secondary Analysis of the Women’s Health Initiative Randomized Clinical Trial. JAMA Oncol. Published online October 01, 20184(10):e181212. doi:10.1001/jamaoncol.2018.1212
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. (2018). Lancet-Studie: Kohlenhydratanteil der Ernährung beeinflusst Lebenserwartung. Abgerufen am 29.03.2021. Update vom 30.08.2018. Verfügbar unter: https://www.dge.de/nachrichten/detail/lancet-studie-kohlenhydratanteil-der-ernaehrung-beeinflusst-lebenserwartung/
  4. Deutsches Ärzteblatt. (2018). Brustkrebs: Wie die Ernährung die Metastisierung bremsen könnte. Abgerufen am 29.03.2021. Verfügbar unter: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/89093/Brustkrebs-Wie-die-Ernaehrung-die-Metastasierung-bremsen-koennte

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