Prostatakrebs – werde ich gesund?

Autor: Dr. Volker Henn • Fachliche Prüfung: Dr. Christian Keinki
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Krebszellen in der Prostata treten bei vielen älteren Männern auf, doch nur wenige leiden unter Beschwerden. Der Tumor wächst langsam und lässt sich meist gut behandeln.

In diesem Artikel erfährst Du:

  • Wie die Heilungsaussichten sind
  • Welche Ursachen und Risiken es gibt
  • Wie sich Prostatakrebs entwickelt
  • Wie die Diagnose erfolgt
  • wWlche Therapien es gibt

Dieser Artikel wurde am 14.03.2022 veröffentlicht.

Wenn Du kürzlich die Diagnose Prostatakrebs bekommen hast, stellen sich Dir vermutlich viele Fragen. Um Deine Erkrankung und die Therapie besser zu verstehen, ist es hilfreich, wenn Du Dich informierst. Möglicherweise besteht für Dich auch ein guter Grund zur Hoffnung. Denn viele Männer führen trotz Prostatakrebs ein langes und erfülltes Leben.

Heilungsaussichten bei Prostatakrebs

Es gibt mehrere Therapien, die Prostatakrebs wirksam zurückdrängen können. Und da Prostatakrebs häufig in einem frühen Stadium entdeckt wird, sind etwa 9 von 10 Behandelten nach fünf Jahren am Leben. Je weniger Prostatakrebs fortgeschritten ist, desto besser sind Deine Aussichten.

Wer hat ein hohes Risiko für Krebs?

Warum sich Prostatakrebs entwickelt, ist unbekannt. Sicher ist jedoch, dass das Risiko einer Erkrankung mit dem Alter ansteigt. Bei Männern unter 50 Jahren ist Prostatakrebs sehr selten, danach steigen die Fallzahlen jedoch an. Das mittlere Erkrankungsalter beträgt etwa 71 Jahre.

Die Erkrankung kann auch gehäuft in Familien auftreten. Falls ein sehr naher Verwandter – Dein Vater oder Bruder – erkrankt ist, ist auch Dein Risiko um das Zweifache erhöht. Auch die Abstammung scheint eine Rolle zu spielen: In Asien ist Prostatakrebs deutlich seltener als in Europa, Männer mit afrikanischer Herkunft haben das größte Risiko.

Was ist die Prostata?

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, liegt unterhalb der Harnblase. Sie ist von einer festen Bindegewebskapsel umgeben und umschließt den oberen Teil der Harnröhre. Zusammen mit den Hoden ist die Prostata ein Teil der männlichen Geschlechtsorgane. Die Drüsenzellen sondern ein milchiges Sekret ab, das beim Samenerguss den größten Teil der Flüssigkeit ausmacht.

Bei jüngeren Männern ist die Prostata etwa so groß wie eine Kastanie, im Alter wird sie meist etwas größer. Sie kann dann auf den Harnleiter drücken und Probleme beim Wasserlassen bereiten. In der Regel ist die Prostatavergrößerung im Alter eine gutartige Veränderung, von der keine weitere Gefahr ausgeht.

Wie häufig ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart beim Mann: Rund 62 500 Neuerkrankungen traten im Jahr 2018 in Deutschland auf. Vermutlich entwickeln noch viele weitere Männer Krebsgewebe in der Prostata – oft ohne etwas davon zu ahnen. Denn der Tumor wächst so langsam, dass nur ein Teil der Betroffenen jemals die Symptome zu spüren bekommt. Nicht selten versterben Männer mit einem Prostatakrebs und nicht an dem Prostatakrebs.

Wie entwickelt sich Prostatakrebs?

Manchmal beginnen Zellen in der Prostata sich unkontrolliert zu vermehren. Diese bösartige Veränderung wird Prostatakrebs genannt. Der Tumor kann die Kapsel der Prostata durchbrechen und in das umliegende Gewebe vordringen.

Später können Metastasen entstehen, die sich in Deinem Körper und vor allem in Deinen Knochen ausbreiten. Dieses Wachstum läuft sehr langsam ab: Meist dauert es Jahre oder Jahrzehnte, bis Prostatakrebs zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung wird.

Dein Behandlungsteam wird zuerst bestimmen, in welchem Stadium sich der Tumor befindet. Das ist entscheidend für die Wahl der Therapie und Deine Aussichten auf Heilung. Meist wird Prostatakrebs in drei Stadien unterteilt:

  • Lokal begrenzt: Der Tumor befindet sich innerhalb der festen Kapsel aus Bindegewebe, die die Prostata umschließt.
  • Lokal fortgeschritten: Der Tumor hat die Kapsel der Prostata durchbrochen und breitet sich in das umliegende Gewebe aus.
  • Metastasiert: Metastasen haben sich vom ursprünglichen Tumor gelöst und entfernt liegende Gewebe wie zum Beispiel den Knochen besiedelt.

Wie fällt Prostatakrebs auf?

Im frühen Stadium verursacht Prostatakrebs häufig keine Beschwerden. In fortgeschrittenen Stadien macht sich die Erkrankung durch einen verstärkten Harndrang oder schwächeren Harnstrahl bemerkbar. Falls sich Metastasen bilden und diese die Knochen besiedeln, können Schmerzen entstehen.

In 2 von 3 Fällen wird Prostatakrebs bereits in einem frühen Stadium erkannt. Denn viele Männer nutzen die Möglichkeit einer Früherkennung: Das Abtasten der Prostata oder der Nachweis des Krebsmarkers PSA im Blut kann auf den Tumor hinweisen – PSA ist ein Eiweißmolekül, das nur von der Prostata in das Blut abgeben wird.

Da der PSA-Wert aber auch bei gutartigen Erkrankungen erhöht sein kann, wird der Bluttest immer nur ergänzend eingesetzt. Zeigen sich erhöhte Werte, erfolgt immer eine Abklärung durch weitere Untersuchungen.

Beide Arten der Früherkennung bergen jedoch die Gefahr von Überdiagnosen und damit einhergehenden, unnötigen Behandlungen. Denn wenn der Tumor voraussichtlich nur sehr langsam wächst, kann Abwarten die beste Möglichkeit sein.

Die Diagnose erfolgt über Gewebeproben, die an mehreren Stellen aus der Prostata entnommen werden. Bildgebende Verfahren können die Diagnose unterstützen.

Wie wird Prostatakrebs behandelt?

Zu den häufigsten Therapieoptionen gehören:

  • Aktive Überwachung: Bei kleinen und wenig aggressiven Tumoren kann ein Eingriff überflüssig sein. Das Wachstum wird aber durch regelmäßige Untersuchungen kontrolliert, um heilend behandeln zu können, falls der Tumor wächst.
  • Abwarten und beobachten: Der Krebs wird nicht behandelt, sondern nur auftretende Beschwerden. Das Ziel ist nicht die Heilung, sondern der Erhalt der Lebensqualität.
  • Operation: Bei lokal begrenzten Tumoren kann das Krebsgewebe vollständig entfernt werden. Die Aussichten auf Heilung sind oft gut.
  • Bestrahlung: Energiereiche Strahlen schädigen die Krebszellen und verhindern ihre Ausbreitung. In frühen Stadien bewirkt die Therapie häufig eine Heilung.
  • Antihormontherapie: Ein Medikament verhindert das Wachstum von Metastasen und kann in späten Phasen die Lebenszeit verlängern.
  • Chemotherapie: Medikamente können in späten Phasen das Wachstum von Tumor und Metastasen bremsen.

Zusammengefasst

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern und tritt vor allem im höheren Alter auf. Der Tumor wächst meist nur sehr langsam und lässt sich meist mit einer Operation oder Strahlentherapie wirksam zurückdrängen. Häufig wird der Krebs bereits im frühen Stadium erkannt, die Aussichten auf ein langes Überleben sind dann sehr gut.

Das kannst Du tun

  • Sprich mit Deinem Behandlungsteam über Deine Optionen und lass Dir alles genau erklären.
  • Scheue Dich nicht, psychoonkologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Kontakte gibt es in Krankenhäusern oder Du kannst Dich direkt an Psychoonkologen wenden. Auch Selbsthilfegruppen bieten häufig große Entlastung.
  • Vielleicht spricht Dich zudem eine der Themenreisen in der Mika-App an. Dort findest Du Inhalte zu Ernährung, Achtsamkeit und Bewegung.
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