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Mein 1. Chemo-Tag

Autor: Dr. Nicole Strauch • Fachliche Prüfung: Erik Schmok
Lesedauer ca. 9 Minuten

Ein kleiner Wegweiser für den ersten Tag Deiner Chemotherapie mit Tipps, die Dir den Start erleichtern sollen.

Wenn Du in den nächsten Tagen das erste Mal zur Chemotherapie gehst, möchten wir Dir hier ein paar nützliche Tipps geben und Fragen beantworten, die Dich möglicherweise beschäftigen.

Was kann ich mitnehmen, damit ich mich wohl fühle?

Erfahrungsgemäß wirst Du einige Stunden in der Praxis/Klinik verbringen, während Dir Deine Medikamente verabreicht werden.

Du kannst Dir die Zeit gerne so angenehm wie möglich für Dich gestalten. Aus Studien weiß man, dass es für die Verträglichkeit der Chemotherapie von Vorteil sein kann, wenn Patienten angstfrei und entspannt in die Behandlung gehen.

Da wir Menschen aber sehr unterschiedlich sind und sich unsere Vorlieben für schöne Dinge unterscheiden, möchten wir Dir hier ein paar Denkanstöße geben, wie Du Dir Deine Zeit angenehm gestalten kannst.

Es kann sein, dass Du während der Infusionen ein wenig müde und schläfrig wirst, daher solltest Du Dein Programm nicht zu vollpacken.

Ein Buch, ein Hörbuch, schöne Musik, ein Rätselheft oder ein Film sind vielleicht Dinge, die Dir die Zeit gefühlt verkürzen können. Nimm Dir Kopfhörer mit, die auch über eine längere Zeit angenehm im/am Ohr zu tragen sind. Denk auch an eine Lesebrille, wenn Du Unterstützung für Deine Augen brauchst.

Bei der Auswahl der Musik kannst Du ganz nach Deinen Vorlieben vorgehen. Aber beachte beim Abspielen, dass Du vielleicht nicht alleine im Raum bist und die Lautstärke so wählst, dass andere Patienten nicht gestört werden.

Vielleicht hast Du ein Smartphone auf dem Du Dir einen schönen Film anschauen kannst oder Du nimmst ein Tablet oder einen Laptop hierfür mit.
Vergiss auch hier die Kopfhörer nicht. Solltest Du während des Films doch müde werden oder keine Lust mehr haben, ihn weiterzuschauen, dann leg das Gerät einfach zur Seite. Du kannst ihn ja ein andermal zu Ende schauen!

Es kann aber auch sein, dass Du gar nichts tun möchtest und ein Buch oder Musik Dich stören. Fühle Dich nicht gezwungen irgendetwas zu tun.
Manchmal ist es eine gute Strategie Neuerungen und Herausforderungen einfach durch Aussitzen, Annehmen und Nichtstun entgegen zu treten. Das ist völlig in Ordnung!

Wenn Du nicht alleine im Raum bist, kann es auch sein, dass Gespräche zwischen Dir und anderen Patienten oder Angehörigen stattfinden. Dies kann Dir die Zeit auch verkürzen, Du kannst Dich austauschen und feststellen, dass Du nicht alleine mit der Erkrankung bist.

In Praxen bzw. Kliniken in denen Du alleine in einem Behandlungsraum/Zimmer bist, kannst Du auch Freunde, Partner oder andere Menschen, die Dir zur Seite stehen wollen mitbringen.
Dabei kommt es gar nicht so sehr darauf an, dass Ihr die ganze Zeit redet. Aber die Anwesenheit eines lieben Menschen kann Dir guttun. Miteinander zu schweigen reicht manchmal völlig aus!

Natürlich kannst Du Dich auch begleiten lassen, wenn Deine Therapie in einem Raum mit anderen Patienten stattfindet.

Da Du eine recht lange Zeit mehr oder weniger stillsitzt, ist es ratsam, sich gemütliche, dicke Socken einzupacken, damit Deine Füße nicht kalt werden. Besorge Dir Socken in Deiner Lieblingsfarbe! Das hebt die Stimmung, wenn Du sie anschaust.

Farben sind grundsätzlich etwas, was Dir guttun kann. So kannst Du Dir auch eine Decke in Deinen Lieblingsfarben oder -mustern mitnehmen. Sich darin einzukuscheln lässt Dich sicher leichter entspannen und die Farben/Muster sind gut für Dein Wohlbefinden.

Was kann mir sonst noch guttun?

Da Du immer ausreichend trinken sollst, kannst Du Dir eine Flasche Wasser oder eine Thermoskanne Tee Deiner Wahl mitnehmen. Pfefferminz-, Fenchel- oder Ingwertee kann zusätzlich noch den Magen beruhigen.

Du kannst auch andere Dinge trinken, solltest aber darauf achten, dass sie nicht sehr viel Säure enthalten. Daher sind Säfte eher weniger ratsam.
Aber vielleicht kannst Du Dein Wasser einfach mit einem Teil Deines Lieblingssaftes auffüllen. So hast Du dann trotzdem diesen angenehmen Geschmack!

Im Verlauf der Behandlung kann es dazu kommen, dass Du einen etwas unangenehmen, metallischen Geschmack bekommst. Dafür kannst Du Dir leckere Bonbons einpacken und diese langsam im Mund zergehen lassen. Auch hier sind Pfefferminz-, Fenchel- oder Ingwerbonbons eine gute Wahl, da sie – wie oben bereits beschrieben – beruhigend auf Deinen Magen wirken.

Aber auch alle anderen Geschmacksrichtungen sind erlaubt – Hauptsache, es schmeckt Dir!

Kann ich anschließend wieder nach Hause gehen?

Viele Patienten kommen nur für die Chemotherapie in die Praxis/Klinik und gehen anschließend wieder nach Hause.
Es kann aber auch sein, dass Dein Behandlerteam Dir etwas anderes rät und Du etwas länger bleiben sollst. Dies geschieht immer nur zu Deinem Besten!

Sprich Deinen behandelnden Arzt oder die Schwestern, die Deine Termine mit Dir vereinbaren, an und frage, wie es sich bei dir verhält.

Auch wenn die Behandlungen immer besser von Patienten vertragen werden, solltest Du Dir überlegen, ob Du jemanden bitten kannst, Dich zu fahren. Patienten berichten nämlich auch immer, dass sie sich zwar ganz gut gefühlt haben, aber dankbar waren, nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen zu müssen.

Welche Untersuchungen sind im Vorfeld noch wichtig?

Es kann sein, dass Dein Arzt Dir vor der ersten Gabe der Chemotherapie ein CT (Computertomographie) oder Röntgen verschreibt. Weiterhin wird Dir sicher Blut abgenommen. Dies dient dazu, einen möglichst genauen Einblick in Deine körperlichen Gegebenheiten zu erlangen. Denn die Chemotherapie wird individuell für Dich vom Apotheker hergestellt, dabei ist es wichtig möglichst alle Parameter so genau wie möglich zu kennen.

Sind diese Untersuchungen durchlaufen, wirst Du sicher einige Medikamente bekommen, die Du schon vor der eigentlichen Chemotherapie einnehmen solltest. Hierbei handelt es sich meist um Medikamente, die einer Übelkeit vorbeugen sollen (Antiemetika) oder die zur Unterstützung der anderen Medikamente notwendig sind.

Dabei solltest Du genau darauf achten, dass die Medikamente:

  • Genau nach den Vorgaben des Arztes/Apothekers eingenommen werden
  • Die Medikamente so gelagert werden, wie es Dir empfohlen wurde (evtl. im Kühlschrank)
  • Das niemand anderer aus Deiner Familie/Haushalt die Medikamente einnehmen kann (z.B. Kinder)

Was kann ich sonst noch tun?

Es ist sicherlich ganz normal, dass Du vor oder an Deinem ersten Behandlungstag ein wenig nervös und aufgeregt bist. Aber die Einstellung, dass Dir diese Therapie dazu verhilft wieder gesund zu werden, kann Dir eine Stütze sein.

Um Deinen Magen zu schonen, empfehlen wir Dir ein leichtes Frühstück. Damit ist Dein Körper gestärkt ohne ein Völlegefühl zu haben.

Trage eher bequeme Kleidung. Du musst längere Zeit sitzen oder liegen und da eignen sich weite Hosen, Röcke oder Kleider besser als eng anliegende Jeans. Da Du noch nicht genau abschätzen kannst, ob es Dir eher warm oder kühl ist, wäre es sicherlich eine gute Idee lieber ein T-Shirt, eine Bluse oder ein Hemd zu tragen und noch eine dünne Jacke oder einen Sommerpulli zusätzlich darüber zu tragen. So kannst Du eher etwas aus- oder anziehen. Je nachdem, wie es Dir guttut.

Damit Du in Ruhe und ohne Hast ankommst, solltest Du Dich lieber ein bisschen früher auf den Weg machen. So kannst Du Dich besser mit den Örtlichkeiten vertraut machen und kommst entspannter an.

Wir wünschen Dir viel Kraft für die kommende Zeit und wollen Dich ermutigen alle Fragen, die noch offen sind mit Deinem behandelnden Arzt oder den Mitgliedern des Behandlerteams zu klären. Sie werden alle daran interessiert sein, dass Du so ruhig und gut wie möglich durch diese Zeit kommst.
Quellenangaben

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