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Prävention von Prostatakrebs: Heute schon Tomaten gegessen?

Prävention von Prostatakrebs: Heute schon Tomaten gegessen?

Pommes mit so richtig viel Ketchup – das ist sicher nicht die gesündeste Mahlzeit. Aber freut sich vielleicht die Prostata?


Prostatakrebs ist die häufigste Form von Krebs bei Männern. Die Entstehung ist multifaktoriell (sie hat mehrere Auslöser). Eine im allgemeinen gesunde Lebensweise, bestehend aus ausreichender körperlicher Bewegung, gesunder Ernährung Verzicht auf Nikotin und Alkohol und psychosozialen Aspekten, trägt zur Vorbeugung bei.

Esse rot und pink

Bei der Ernährung spielen unter anderem Tomaten eine wichtige Rolle. Dies zeigen mehrere systematische Übersichtsarbeiten aus der letzten Jahren [1–5]. Genau genommen ist es der in ihnen in hoher Konzentration enthaltene Stoff Lycopin, welcher der Tomate ihre rote Farbe gibt. Lycopin ist aber auch in anderen roten oder pinken Früchten und Gemüsen enthalten. Dies sind beispielsweise Wassermelonen, rote Grapefruit, Papaya, Guave, rote Paprika und Hagebutten. Da Tomaten, als das beliebteste Gemüse der Deutschen jedoch am häufigsten konsumiert werden, stellen sie die wichtigste Quelle dar. Zudem enthalten Tomaten weitere Carotinoide und Polyphenole, die möglicherweise ebenso schützenden gegen Prostatakrebs wirken [6].

Lycopin – ein wichtiges Antioxidans

Lycopin gehört zur Gruppe der Carotinoiden. Das sind Pflanzenstoffe, die zu den Antioxidantien zählen. Sie sind Radikalfänger, die bestimmte reaktionsfreudige Moleküle im menschlichen Körper unschädlich machen. Verglichen mit anderen Carotinoiden, scheint Lycopin besonders effizient zu arbeiten.
Je höher die Aufnahme von Lycopin durch Tomaten, desto deutlicher ist der präventive Effekt gegen Prostatakrebs. Dies gilt zumindest in dem Bereich zwischen neun und 21 Milligramm pro Tag [5]. Dabei ist der Zusammenhang linear [1]. Wenn man bedenkt, dass beispielsweise eine Tasse Kirschtomaten 4 Milligramm, eine Scheibe Wassermelone 13 Milligramm und eine Viertel Tasse Tomatenmarkt 19 Milligramm Lycopin beinhaltet, dann ist es nicht schwer, das Risiko über die Ernährung deutlich zu senken.

Tomate oder Tablette?

Wissenschaftler konnten nachweisen, dass der Effekt von Lycopin auf das Krebsrisiko für Prostatakrebs am besten durch die ganze Frucht, also z.B. als gekochte Tomaten, erreicht werden kann. Wird Lycopin als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen stellte sich, wenn überhaupt, dann nur ein deutlich geringerer Nutzen ein [4]. 
Scheinbar wirkt Lycopin erst durch das Zusammenwirken mit anderen bioaktiven Inhaltsstoffen der Tomate und kann so am besten seine schützende Wirkung vollständig entfalten.

Tomate ist nicht gleich Tomate

Die schützende Wirkung entfalten Tomaten vor allem dann, wenn sie verarbeitet wurden, wie zum Beispiel in Tomatensaft, Tomatensoße, Tomatensuppe und Ketchup [7]. Denn durch das Erhitzen von Tomaten wird deren Zellstruktur aufgebrochen und Lycopin vermehrt freigesetzt. Des Weiteren wird die Bioverfügbarkeit erhöht, dies bedeutet, dass der Körper deutlich größere Mengen aufnehmen kann. Nicht zuletzt führt die Verarbeitung zu einem Wasserverlust und dadurch zu einer Erhöhung der Lycopin-Konzentration [8]. Beispielsweise enthält 10-14 Milligramm Lycopin pro Gramm Feuchtgewicht, wohingegen frische Tomaten nur ca. 1-8 Milligramm enthalten.
Dosentomaten weisen gegenüber rohen Tomaten, die oftmals unreif geerntet werden und dann nachreifen, eine höhere Lycopin-Konzentration auf. Dies liegt an deren Ernte im reifen Zustand.Einen negativen Einfluss auf den Lycopin-Gehalt von Tomaten kann deren Lagerung haben. Durch Licht und Sauerstoff geht die Menge an Lycopin zurück oder sogar gänzlich verloren [9].

Wie andere Lebensmittel die Tomate beeinflussen

Da Lycopin zu den Carotinoide gehört und diese fettlöslich sind, wird die Aufnahme in Verbindung mit fetthaltigen Lebensmitteln verbessert [8]. Eine Studie zeigt beispielsweise, dass die Lycopin-Aufnahme eines Tomaten-Salsa mit Avocado mehr als viermal höher ist, als ohne die fetthaltige Avocado [10].
Andererseits können andere Carotinoide die Aufnahme von Lycopin reduzieren. Wird beispielsweise eine größere Menge Tomatenpüree zusammen mit einem luteinhaltigen Spinat gegessen, reduziert sich im Vergleich zu der alleinigen Aufnahme von Tomatenpüree die Aufnahme von Lycopin deutlich [11]. Auch ein probiotischer Joghurt senkt die Bioverfügbarkeit von Lycopin [12].


Tipp
Bereite Dir doch für Deine nächsten Mahlzeit ein Lachsfilet mit einer Avocado-Tomaten-Salsa zu [13]. Durch den Lachs und die Avocado erhältst du gesunde mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die Dir helfen, das Lycopin aus den Tomaten besser aufnehmen zu können.
Zutaten:

1 Lachsfilet (100 g)
Salz
weißer Pfeffer
150 g Kirschtomaten
¼ Avocado
1 ½ Stiele Koriander (wenn du keinen Koriander magst, kannst du ihn die neutralere Petersilie ersetzen)
½ EL Limettensaft
¼ EL Olivenöl
Pfeffer

Zubereitung:

Lachsfilet unter kaltem Wasser abspülen, trockentupfen, salzen und pfeffern. Auf einem Gitter im vorgeheizten Backofen bei 180 °C (Umluft 160 °C) 6 bis 8 Minuten garen.
Tomaten waschen und grob würfeln. Avocado schälen, halbieren, entkernen und würfeln. Koriander waschen, trockenschütteln, die Blätter hacken. Avocado mit Tomaten, Limettensaft, Koriander und Öl mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Lachsfilets zum Servieren mit der Salsa auf einen Teller geben.

Weitere Rezepte findest Du in unserer Kategorie „Ernährung und Rezepte“
Viel Spaß beim Kochen und einen guten Appetit!




Quellenangaben

  1. Rowles JL, Ranard KM, Smith JW, An R, Erdman JW (2017) Increased dietary and circulating lycopene are associated with reduced prostate cancer risk: a systematic review and meta-analysis. Prostate Cancer Prostatic Dis 20(4):361–377
  2. Xu X, Li J, Wang X, Wang S, Meng S, Zhu Y, Liang Z, Zheng X, Xie L (2016) Tomato consumption and prostate cancer risk: a systematic review and meta-analysis. Sci Rep 6:37091
  3. Chen J, Song Y, Zhang L (2013) Lycopene/tomato consumption and the risk of prostate cancer: a systematic review and meta-analysis of prospective studies. J Nutr Sci Vitaminol 59(3):213–223
  4. Rowles JL, Ranard KM, Applegate CC, Jeon S, An R, Erdman JW (2018) Processed and raw tomato consumption and risk of prostate cancer: a systematic review and dose-response meta-analysis. Prostate Cancer Prostatic Dis 21(3):319–336
  5. Chen P, Zhang W, Wang X, Zhao K, Negi DS, Zhuo L, Qi M, Wang X, Zhang X (2015) Lycopene and Risk of Prostate Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis. Medicine (Baltimore) 94(33):e1260
  6. Martí R, Roselló S, Cebolla-Cornejo J (2016) Tomato as a Source of Carotenoids and Polyphenols Targeted to Cancer Prevention. Cancers (Basel) 8(6)
  7. Mühleib F (2018) Prostatakrebs: Männer, esst viele Tomaten! https://docfood.info/maenner-esst-viele-tomaten-12263. Accessed 7 Jul 2019
  8. Story EN, Kopec RE, Schwartz SJ, Harris GK (2010) An update on the health effects of tomato lycopene. Annu Rev Food Sci Technol 1:189–210
  9. Xianquan S, Shi J, Kakuda Y, Yueming J (2005) Stability of lycopene during food processing and storage. J Med Food 8(4):413–422
  10. Unlu NZ, Bohn T, Clinton SK, Schwartz SJ (2005) Carotenoid absorption from salad and salsa by humans is enhanced by the addition of avocado or avocado oil. J Nutr 135(3):431–436
  11. Tyssandier V, Cardinault N, Caris-Veyrat C, Amiot M-J, Grolier P, Bouteloup C, Azais-Braesco V, Borel P (2002) Vegetable-borne lutein, lycopene, and beta-carotene compete for incorporation into chylomicrons, with no adverse effect on the medium-term (3-wk) plasma status of carotenoids in humans. Am J Clin Nutr 75(3):526–534
  12. Fabian E, Elmadfa I (2007) The effect of daily consumption of probiotic and conventional yoghurt on oxidant and anti-oxidant parameters in plasma of young healthy women. Int J Vitam Nutr Res 77(2):79–88

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