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Mein Gewicht - warum
  nehme ich auf einmal ab?

Mein Gewicht - warum nehme ich auf einmal ab?

In diesem Artikel erfährst Du mehr über die möglichen Ursachen, die ein Gewichtverlust haben kann.

Dein Gewicht und Ernährungszustand sind während der Therapie besonders wichtig, denn beide sind sowohl für den Therapieerfolg als auch für Dein Wohlbefinden ausschlaggebend. Aus diesem Grund kann es hilfreich sein, wenn Du Dein Gewicht und dessen Entwicklung regelmäßig dokumentierst.

Du kannst es zum Beispiel wöchentlich in eine Tabelle eintragen. Diese kannst Du dann gleich auch Deinem Arzt bei Deinen Terminen vorlegen. Im Folgenden betrachten wir die möglichen Ursachen, die zu einem ungewollten Gewichtsverlust führen können und was Du dagegen tun kannst.

Wieviel solltest Du wiegen?

In der Regel wird das Idealgewicht am BMI (Body-Mass-Index) gemessen. Hierbei handelt es sich um eine Berechnung, bei der das Verhältnis von Körpergröße und Gewicht gegenübergestellt wird (Gewicht in Kg : (Körpergröße x Körpergröße)).

Das Ergebnis ist dann der BMI. Alter und Geschlecht spielen auch eine Rolle. Allerdings wird bei dieser Berechnung des BMI nicht berücksichtigt, wie viel Muskel- oder Fettmasse vorhanden ist. Das führt dazu, dass sehr sportliche Menschen, wie zum Beispiel Rugbyspieler und Athleten als übergewichtig eingestuft würden.

Auch Wassereinlagerungen verändern das Gewicht und können zu einem unkorrekten Ergebnis führen.

Aber keine Sorge, Dein Arzt weiß, wie viel Du wiegen solltest. Da brauchst Du also nicht viel zu rechnen. Frage im Zweifel am besten nach.

Mögliche Ursachen für einen Gewichtsverlust

Normalerweise nimmst Du ab, wenn Du Deinem Körper weniger Energie zuführst, als Du verbrauchst. Das ist aber im Fall einer Krebserkrankung nicht zwingend die Norm. Möglicherweise hast Du bereits vor Deiner Diagnose einen Gewichtsverlust feststellen können, den Du Dir aber nicht erklären konntest, weil Du eigentlich immer gleich viel gegessen hast. Aber Dein Stoffwechsel kann sich nämlich aufgrund der Krebserkrankung verändern und so zu einem ungewollten Gewichtsverlust führen.

Hierfür kann es mehrere Ursachen geben. Das liegt vor allem daran, dass der Tumor selbst einen erhöhten Energiebedarf hat.

Zum andern reagiert Dein Körper auf einen Tumor auf ähnliche Art, wie auf einen Fremdkörper und aktiviert Dein Immunsystem. Dies führt zu einem erhöhten Eiweiß- und Vitalstoffbedarf. Tumorzellen bilden außerdem gewisse Botenstoffe, die einen Einfluss auf den Stoffwechsel gesunder Zellen haben können.

Der so veränderte Stoffwechsel kann neben ungewolltem Gewichtsverlust zu Veränderungen der Anteile von Muskel- und Fettgewebe führen. Führt Bewusstes abnehmen normalerweise zu einer Reduktion des Körperfettanteils, kann es einem ungewolltem Gewichtsverlust der seine Ursache in einer Tumorerkrankung hat, durch den erhöhten Eiweißbedarf zum Abbau der Körpermuskulatur führen. So lassen sich auch der häufig begleitende Kraftverlust und die zum Teil eingeschränkte Leistungsfähigkeit erklären.

Die Botenstoffe können aber auch Deinen Appetit und Geschmackssinn beeinflussen. Sie können Übelkeit hervorrufen und so zu einer reduzierten Nahrungsaufnahme führen. Auch bestimmte Organe und deren Funktion können beeinträchtigt sein.

Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Tumor im Verdauungstrakt liegt. So können Engpässe entstehen, die möglicherweise ein frühes Sättigungsgefühl, Schluckbeschwerden oder Völlegefühl hervorrufen.

Auch eine Operation, Chemo-, oder Strahlentherapie können zu einer Beeinträchtigung der Nährstoffverwertung und zu Gewichtsverlust führen, die häufig in einer verminderten Nahrungsaufnahme resultiert. Diese wiederum kann durch Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Änderungen Deines Geschmacksempfindens, vorübergehende Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Schleimhautentzündungen verstärkt werden.

Wie kannst Du einem ungewollten Gewichtsverlust entgegenwirken?

Wie bereits erwähnt, solltest Du auf Dein Gesamtgewicht und eine gute und vollwertige Nährstoffaufnahme zu achten. Folge den Ernährungsempfehlungen deines Behandlerteams und sprich mit ihnen, sofern Du bedenken in Bezug auf Dein Gewicht oder Deinen Ernährungszustand hast. Mehr zum Thema Ernährung während der Chemo- und Strahlentherapie findest Du in unseren anderen Artikeln zum Thema Ernährung.

Um Gewichtsveränderungen im Auge zu behalten, wiegst Du Dich am besten einmal pro Woche und trägst das Ergebnis in eine Tabelle ein. Beim Wiegen ist es wichtig, dies immer am gleichen Wochentag, zur gleichen Uhrzeit, z.B. gleich nach dem Aufstehen und im selben Outfit, z.B. Morgenmantel/barfuß durchzuführen.

Das Ergebnis trägst Du dann mit Datum und Uhrzeit in Deine Tabelle ein, die Du dann am besten zu Deinen Behandlungsterminen mitnimmst. Solltest Du feststellen, dass Du stark an Gewicht verlierst, sprich bitte gleich mit Deinem Arzt oder Onkologen. So kannst Du einem weiteren Gewichtsverlust rechtzeitig entgegenwirken.

Quellenangaben

  1. Arends et. al (2016). ESPEN guidelines on nutrition in cancer patients. Journal for Clinical Nutrition. http://dx.doi.org/10.1016/j.clnu.2016.07.015. (25.06.2018) The European Association for Palliative care (EAPC) and the Chinese Society of Clinical Oncology ( CSCO). Journal for Clinical Nutrition.
  2. G.Krause-Fabricius. (2014). Wie ernähre ich mich bei Krebs? Was nützt, was nicht- praktische Hilfen für den Alltag. Düsseldorf: Verbraucherzentrale NRW e.V. ISBN: 978-3-8336-045-0.
  3. Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst. (2014). Kräfte sammeln und bewahren: Was tun bei Gewichtsverlust? Mangelernährungsscreenung, Ernährungsassessment, künstliche Ernährung. https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/ernaehrung-therapie-gewichtsverlust.php (25.06.2018)
  4. Barrera et al. (2009). Nutrition During and After Cancer Therapy. Journal of Oncology. Author manuscript, available in PMC 2010 Feb; 23(2 Suppl):15-21.

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