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Kreativ sein – trotz
  Haarverlust

Kreativ sein – trotz Haarverlust

Eine Folge der Chemotherapie ist häufig der Verlust der Haare. Wir wollen Dir Mut machen, damit kreativ umzugehen!

Das Ausfallen von Kopf- und Körperhaaren gehört immer noch zu den Nebenwirkungen, über die viele Patienten gar nicht erfreut sind. Die Medikamente, die in der Chemotherapie bei Dir eingesetzt werden haben die Aufgabe, sich schnell teilende Zellen – wie die Krebszellen – anzugreifen. Aber dies bedeutet eben auch, dass andere Zellen dieser Sorte (Haare, Nägel, Haut) ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wenn Du es aber schaffst, diese Nebenwirkung als Beweis dafür zu sehen, dass die Medikamente ihre Arbeit machen und Dir dabei helfen, die Krankheit zu bekämpfen, dann fällt es Dir vielleicht auch leichter, die optische Veränderung anzunehmen.

Außerdem birgt diese Zeit auch die Möglichkeit, einmal mit seinem Äußeren zu experimentieren. Vielleicht trägst Du schon seit vielen Jahren die gleiche Frisur, Haarfarbe, Haarlänge. Oder Du hast Dich immer schon mal gefragt, wie Dir Hüte, Mützen oder Tücher stehen?

Jetzt hast Du die Zeit und die Möglichkeit all dies auszuprobieren.

Haarersatz oder Perücken kaufen

Vielleicht hast Du Lust, Deinen Typ mal ganz zu verändern oder Du möchtest, dass es Anderen so wenig wie möglich auffällt, dass Du gerade keine Kopfhaare hast. Für beide Möglichkeiten gibt es Argumente. Wichtig ist allein, dass Du Dich wohlfühlst.

Die Fachleute, die Dir hier weiterhelfen können sind Zweithaarspezialisten. Diese findest Du z.B. unter www.bvz-info.de, bei der Friseurinnung in Deiner Nähe oder über Deine Krankenkasse. Hier bekommst Du dann auch Informationen zur Kostenübernahme durch die Krankenkassen, die Unterschiede zwischen Echthaar- und Kunsthaarperücken und eine Typberatung. Außerdem haben sie oft Erfahrung damit, welche Frisur gut für Dich zu frisieren ist, wenn Du z.B. nach einer Operation Einschränkungen in der Beweglichkeit hast.

Wenn Du es einrichten kannst, dann ist es ratsam, den ersten Beratungstermin bereits wahrzunehmen, wenn Du noch nicht mit Deiner Chemotherapie angefangen hast. Denn dann ist es leichter zu sehen, welcher Typ (sportlich, elegant usw.) Du bist und keine allzu extreme Veränderung durch die Perücke zu bewirken.

Es sei denn, Du willst das so: Dann sei kreativ und erfinde Dich neu! Das kann riesigen Spaß machen!

Gute Beratungsgespräche finden oft in einem extra Raum neben dem eigentlichen Kundenbereich statt oder man gibt Dir einen Termin außerhalb der normalen Öffnungszeiten. Das ermöglicht ein offenes und umfassendes Beratungsgespräch für beide Seiten.

Wenn Du Dich dann entschieden hast, welches Modell Du haben möchtest, dann sollte es zum kostenlosen Service gehören, dass die Haare für Dich „eingeschnitten“ werden. Das bedeutet, dass aus der Rohversion nun eine auf Dich abgestimmte Frisur kreiert wird.

Es ist immer verführerisch lange und aufwendig frisierte Zweithaare zu kaufen. Bedenke aber, dass Du vielleicht in der nächsten Zeit manchmal müde bist und gar keine Lust hast, lange im Bad zu stehen und alles herzurichten. Du solltest also besser darauf achten, dass Du die Frisur einfach und allein stylen kannst und sie auch gut aussieht, wenn Du z.B. nach einer Operation für eine gewisse Zeit Bewegungseinschränkungen hast (Arm nicht heben können, leicht gebeugt laufen usw.)

Mit Kopfbedeckungen experimentieren

Neben dem Haarersatz gibt es auch die Möglichkeit mit Hüten, Mützen oder Tüchern Deinen Kopf zu bedecken und zu schützen.

Hier ist der Phantasie keine Grenze gesetzt. Ob bunt, Retro, edel oder sportlich. Ob aus Baumwolle, Filz, Bast, Samt oder Seide: Was Dir gefällt, was sich gut anfühlt und was Du magst ist entscheidend!

Du kannst nach Lust und Laune Deinen Typ verändern und mit Stilen spielen. Das kann viel Spaß machen und manchmal fühlen sich auch Freunde und Familie animiert, mitzumachen. So wird ein Experiment für alle daraus!

Es kann sogar sein, dass Du Dir selbst etwas herstellen möchtest, womit Du Deinen Kopf bedecken kannst. Du kannst Dir Mützen häkeln oder stricken oder Tücher nähen. Wenn Du selbst nicht so gerne Handarbeiten machst, dann hast Du vielleicht Familienangehörige, Freundinnen oder Bekannte, die Dich unterstützen möchten. Das tut ihnen auch gut, denn Sie können Dir etwas Gutes tun und Dich unterstützen.

Wenn Du kleinere Kinder hast, ist es eine schöne Beschäftigung für alle, wenn Ihr gemeinsam bastelt oder handarbeitet. Das hilft den Kindern auch mit der Situation – die auch für sie sehr herausfordern sein kann – besser klar zu kommen und es im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar“ für sie zu machen.

Oben ohne – und schön dabei!

Bei all den Angeboten, die es gibt, um den Haarverlust zu kaschieren, steht es Dir aber auch auf jeden Fall zu, einfach zu Deinem wunderschönen Kopf ohne Haare zu stehen!

Manche Patienten berichten, dass es sehr befreiend war irgendwann einfach ohne Kopfbedeckung rauszugehen. (Einen Sonnenschutz solltest Du aber immer auf jeden Fall auftragen).

Wenn Du also sagst: „Schaut her, so sehe ich ohne Haare aus! Ich bin schön!“, dann möchten wir Dich ermutigen, genau dies zu tun. Du wirst sehen, dass es Menschen geben wird, die Dich für diesen Mut bewundern und Dich damit aufbauen.

Und all denen, die komische Blicke auf Dich werfen und Deine Haltung nicht verstehen darfst Du sagen: „Das ist mein Körper und mein Leben! Damit mache ich, was gut für mich ist.“

Selbstbewusst mit Deiner Erkrankung und den Nebenwirkungen umzugehen kann sehr positive Auswirkungen auf Deinen Therapieverlauf und die Wirkung Deiner Medikamente haben.

Steh zu Dir! Egal ob mit Perücke, Hut, Mütze oder ohne Haare – Tu was Dir gefällt!

Quellenangaben

  1. https://www.bvz-info.de/ (17.05.2018)
  2. https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/haare-haut-zaehne/haarausfall.php (17.05.2018)
  3. Hasenbring, M. (1988). Krankheitsverarbeitung bei Krebs. In Bewältigung und Abwehr (pp. 105-131). Springer, Berlin, Heidelberg.
  4. Fellinger, K., & Kroner, T. (2017). Haarausfall und Haarveränderungen. In Onkologische Krankenpflege (pp. 403-412). Springer, Berlin, Heidelberg.

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