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Immuntherapie bei Triple-negativem Brustkrebs

Immuntherapie bei Triple-negativem Brustkrebs

Triple-negativer Brustkrebs: Kombinierte Immun- und Chemotherapie verspricht eine Verbesserung der Überlebenszeit

Das sogenannte Triple-negative Mammakarzinom ist eine aggressive Variante des Brustkrebses. Insbesondere im Anfangsstadium ist diese Erkrankung heilbar. Eine neue Kombinationstherapie verspricht nun auch für Frauen, bei denen die Erkrankung weiter fortgeschritten ist und bereits Metastasen gebildet hat, eine Verlängerung des Überlebens. Aktuelle Studien belegen, dass die Überlebenszeit insbesondere bei einem Subtypus (einer Unterform) dieser Tumorart verlängert werden kann.

Was ist das Triple-negative Mammakarzinom?

Bei dieser Krebserkrankung handelt es sich um eine spezielle Form des Brustkrebses. Diese Erkrankung wird auch als dreifach negativer Brustkrebs oder als Hormonrezeptor-negativer Tumor bezeichnet. Anders als andere Mammakarzinome lässt sich das Triple-negative Mammakarzinom nicht mit einer Hormonbehandlung therapieren. Dies liegt daran, dass sich auf der Oberfläche der Krebszellen keine Andockstellen (Rezeptoren) für die drei Hormone Östrogen, Progesteron und HER2 vorhanden sind. Daher auch der Name: dreifach negativer Brustkrebs.

Diese Unterform macht ungefähr zehn bis 15 Prozent aller Brustkrebserkrankungen aus. Unter den 100 Betroffenen sind wiederum zehn bis 15 Frauen zu finden, die ein erbliches Risiko haben, an dieser Brustkrebsform zu erkranken. Hierbei handelt es sich um die Erkrankungsvarianten, die aus den Medien durch prominente Betroffene wie Angelina Jolie bekannt ist. Betroffen sind insbesondere junge Frauen. Da diese Erkrankung besonders aggressiv und schnell wachsend ist, war sie bislang schwer behandelbar.

Aktuelle Studien haben nun gezeigt, dass ein neuer Therapieansatz zu einer Verlängerung der Überlebenszeit führt, wenn der Krebs fortgeschritten ist und Metastasen gebildet hat: Hierbei handelt es sich um eine kombinierte Immun- und Chemo-Therapie.

Was besagen die aktuellen Studien?

Im Rahmen dieser Studien werden Patientinnen in zwei Gruppen eingeteilt: Die eine Gruppe wurde mit einer klassischen Chemotherapie behandelt und erhielt zusätzlich ein Placebo. Dabei handelt es sich um ein Medikament, das keine Wirkung hat.
Die andere Gruppe erhält zusätzlich zur Chemotherapie ein Immuntherapeutikum, also ein Medikament zur Immuntherapie, aber genauso aussieht wie das echte Medikament.
Im Rahmen der Kombinationstherapie werden das Chemotherapeutikum (Medikament) nab-Paclitaxel sowie das Immuntherapeutikum Atezolizumab verwendet.

Die Teilnehmerinnen wurden nach dem Zufallsprinzip auf die beiden Gruppen aufgeteilt und wussten selbst nicht, zu welcher Gruppe sie gehören.

Das Ergebnis gibt Grund zur Hoffnung: Einerseits zeigte sich eine leichte Verlängerung des Zeitraums, in dem sich die Erkrankung nicht weiter ausbreitet. Deutlicher waren die Vorteile der Kombinationstherapie in Bezug auf die Gesamtüberlebensdauer – also die Verlängerung der Lebenszeit mit der Erkrankung. Besonders deutlich ausgeprägt ist die Verlängerung der Überlebenszeit bei einem speziellen Untertyp des Triple-negativen Mammakarzinoms mit einem speziellen Biomarker (PD-L1). Hier beträgt der Überlebensvorteil mehrere Monate.

Wichtig zu wissen ist, dass die Immuntherapie in der Krebstherapie insgesamt bereits relativ weit verbreitet ist. Bei der Behandlung von Brustkrebs jedoch noch in den Kinderschuhen steckt. Dieser erste Erfolg im Bereich der Immuntherapie kann durchaus dazu führen, dass in diesem Bereich weiter geforscht wird.

Gibt es Nachteile der Kombinationstherapie?

Die neue Kombinationstherapie hat vielfältigere Begleiterscheinungen als die klassische Chemotherapie. Zudem können diese während der gesamten Behandlung und zum Teil auch noch danach auftreten. Dies liegt daran, dass das Immuntherapeutikum auf vielfältige Weise in die Körperfunktionen eingreift. Experten weisen jedoch darauf hin, dass diese Begleiterscheinungen gut behandelbar sind, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Du solltest also alle neu auftretenden Symptome notieren und Deinem Arzt mitteilen.

Für wen ist diese neue Therapieform besonders erfolgsversprechend?

Das Triple-negative Mammakarzinom kann auch aufgrund einer genetischen Vorbelastung entstehen. Das bedeutet, dass ein erhöhtes Risiko, zu erkranken, vererbt werden kann. Gibt es also in Deiner Familie eine oder mehr Frauen, die bereits in jungen Jahren an einer aggressiven Form von Brustkrebs erkrankt sind, dann kann das auf eine entsprechende Genveränderung hindeuten. In speziellen Gen-Tests kann dies überprüft werden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, ist die neue Kombinationstherapie aus Immuntherapeutikum und Chemotherapie für diese Frauen eine Hoffnung. Werden im Rahmen eines Früherkennungsscreenings Tumoren frühzeitig erkannt, dann sind laut Aussagen einiger Studienautoren die Heilungschancen gut.

Worum geht es bei der Immuntherapie?

Lange Zeit standen in der Behandlung von Krebs drei Säulen zur Verfügung: Operationen, Bestrahlungen und die Chemotherapie. Die so genannte Immuntherapie ist eine recht neue Form der Krebstherapie. Hierbei werden getarnte Krebszellen für das Immunsystem wieder sichtbar gemacht. Die Immuntherapie zielt also darauf ab, den Körper im Kampf gegen die Krebszellen zu stärken. Da hierbei das Immunsystem von außen beeinflusst wird, hat dies weitreichende Folgen auf den gesamten Körper. Eine Immuntherapie muss also genau abgestimmt sein, damit die Aktivierung (Unterstützung) des Immunsystems den gewünschten Erfolg hat: nämlich die Bekämpfung und im Idealfall Vernichtung der Krebszellen.

Wichtig für Dich: Auch, wenn die Immuntherapie noch nicht zugelassen sein sollte, kann ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt werden. Frage hier am besten Deinen behandelnden Arzt.

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