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Hilfe bei Übelkeit
  und Erbrechen

Hilfe bei Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen sind mögliche Nebenwirkungen Deiner Therapie. Lies hier, welche Medikamente hier Abhilfe schaffen können.

Die moderne Medizin hat vielfältige Möglichkeiten, Dich als Patienten vor Nebenwirkungen zu schützen. Aber leider können nicht immer alle zu 100% ausgeschlossen werden.

So unangenehm sie auch sind, Übelkeit und Erbrechen sind natürliche Warn- und Schutzmechanismen des Körpers. Im Normalfall schützen sie Dich vor Vergiftungen, verdorbenen Lebensmitteln und Ähnlichem. Doch auch einige Erkrankungen können diesen Schutzmechanismus auslösen.

Häufiges Erbrechen in einem kurzen Zeitraum führt allerdings zu übermäßigem Flüssigkeitsverlust. Dabei gehen auch lebenswichtige Mineralstoffe und Enzyme verloren.
Das kann zu schwerwiegenden Stoffwechselentgleisungen führen. Aber auch Mangelernährung und Gewichtsabnahme und dadurch bedingte Erschöpfung - körperlich und seelisch - können die Folge sein. Selbst wenn das Erbrechen unterdrückt werden kann, schränkt länger anhaltende Übelkeit die Lebensqualität doch ein.

Deshalb solltest Du vorbeugende Maßnahmen ergreifen.

Mechanismus

Erbrechen wird durch einen komplexen Vorgang hervorgerufen, der vom sogenannten Brechzentrum im Gehirn koordiniert wird. Messfühler (Rezeptoren) im Magen-Darm-Trakt und im Gehirn registrieren Giftstoffe in Deinem Körper. Diese senden Botenstoffe aus, die ihrerseits das Brechzentrum aktivieren.

Deine Therapie greift vor allem Zellen an, die sich häufig teilen. Das sind in erster Linie die Tumorzellen. Aber auch Darmzellen erneuern sich sehr schnell und sind deshalb anfällig für die Behandlung.
Werden Zellen der Darmschleimhaut beschädigt, setzen sie Serotonin frei, dies ist einer der Botenstoffe, der das Brechzentrum aktiviert.

Leider können auch einige, der zur Chemotherapie eingesetzten Medikamente, direkt auf diesen Bereich im Gehirn einwirken und so die Symptome ohne den Umweg über einen Botenstoff hervorrufen.

Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide können ebenfalls das Brechzentrum aktivieren. Medikamente dieser Gruppe entfalten ihre Wirkung direkt am zentralen Nervensystem. Manche stimulieren als Nebenwirkung dann leider auch direkt das Brechzentrum.

Angst, Stress und Nervosität können Deine Beschwerden ebenso verstärken oder auslösen.

Was hilft?

Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen sind fester Bestandteil einer Chemo- oder Strahlentherapie und meist bekommst Du sie schon vorbeugend.

Ist aufgrund der Behandlung das Risiko sehr hoch, sind auch Kombinationen mehrerer Arzneimittel möglich.

Die Medikamentengruppe mit der höchsten Wirkstärke gegen chemotherapie-bedingte Übelkeit werden Serotonin-Antagonisten genannt. Sie blockieren die an der Reizweiterleitung beteiligten Rezeptoren und hemmen so die Aktivierung des Brechzentrums.

Je nach Schwere des Erbrechens gibt es noch weitere Medikamente die Dir helfen können. Dein Arzt wird Dir bei der Auswahl helfen und kann Dir erklären, welche Medikamente Dir am besten helfen.

Ergänzend dazu kann noch ein Kortison Präparat gegeben werden. Der Wirkmechanismus ist klinisch noch nicht abschließend geklärt, aber die positive Wirkung wird häufig beobachtet (off label use). Dies trifft auch auf Dopamin-Rezeptor-Antagonisten, Antihistaminika, NK1-Rezeptor-Antagoisten und weitere Wirkstoffe hin. Die Forschung arbeitet daran, hier noch ein breitetes Spektrum an Medikamenten zur Verfügung zu stellen. Dein Arzt wird sicher auf dem Laufenden sein und die beste Therapie für Dich auswählen.

Solltest Du unter schwerer Übelkeit und Erbrechen leiden, können auch Beruhigungs- und Entspannungsmittel helfen. Alternativ kannst Du auch Entspannungsübungen wie Autogenes Training durchführen.

Hierzu kannst Du in der Kategorie Mentale Gesundheit nach geeigneten Videos oder Audiodateien suchen.

Quellenangaben

  1. Schmitt, T., Mikus, G., & Egerer, G. (2010). Leitliniengerechte Therapie von Übelkeit und Erbrechen. Journal für gastroenterologische und hepatologische Erkrankungen, 9(1), 18-24.
  2. Budach, W., Bölke, E., Matuschek, C., Mandaliya, H., Sung, J., Hill, J., ... & Pagani, O. (2016). Einfluss psychosozialer Variablen auf Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Krebspatienten: Eine europäische Studie. Karger Kompass Onkologie, 3(1), 28-29.

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