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Finanzielle   Absicherung – was steht Dir zu?

Finanzielle Absicherung – was steht Dir zu?

Wie bin ich finanziell abgesichert? Wer zahlt was, unter welchen Voraussetzungen und wie lange?


Was passiert, wenn Deine Diagnose es nicht mehr zulässt, weiter arbeiten zu ge­hen? Wenn Du der Hauptverdiener in der Familie bist, wird das Thema der fi­nan­zi­el­len Ab­si­che­rung umso wichtiger.

Grundsätzlich ist Folgendes geregelt: Bist Du länger als vier Jahre berufstätig, erhältst Du in den ersten sechs Wochen Deiner Ar­beits­un­fä­hig­keit eine Lohn­fort­zahlung.

Im Anschluss an diese sechs Wochen be­kom­men gesetzlich Versicherte Ar­beit­nehmer Kran­ken­geld. Unter der Vor­aus­setzung, dass Du in einem Krankenhaus oder einer Reha-Einrichtung be­handelt wirst oder ar­beits­un­fähig erkrankt bist und von Deinem Arzt krank­geschrieben wur­dest.

Um das Kran­ken­geld zu erhalten, wird Dir Dei­ne Krankenkasse in der Regel et­was zu­schi­cken. Zum Ende der Lohnfortzahlung er­hältst Du einen Vordruck für deine Ver­dienst­be­schei­nigung an den Arbeitgeber. Anhand dieser Angaben wird das Kran­ken­geld be­rech­net.

Dieses beläuft sich auf 70 % des Brutto­ge­halts, aber nicht mehr als 90 % des Net­to­ge­halts. Der geringere dieser Beträge wird um die Arbeit­nehmer­anteile der ge­setz­li­chen So­zial­versicherung gekürzt und als Kran­ken­geld bezahlt.

Für den Bezug des Kran­ken­geldes ist ein lü­cken­loser Nachweis der Ar­beits­un­fä­hig­keit not­wen­dig. Sicherheitshalber empfiehlt es sich die Arbeitsunfähigkeits­bescheinigung als Einschreiben mit Rückschein zu verschicken. Das ist zwar teu­rer als ein Standardbrief, doch immer noch günstiger als kein Kran­ken­geld zu erhalten.

Das Krankengeld ist auf maximal 78 Wochen über einen Zeitraum von drei Jah­ren be­grenzt. Da­bei musst Du diese Zeit nicht am Stück krankgeschrieben sein. Sondern die Zeiträume wer­den addiert. Entscheidend ist, dass Deine Ar­beits­un­fähigkeit auf derselben Diagnose be­ruht.

Privat Versicherte oder freiwillig in der ge­setz­li­chen Krankenkasse versicherte Selb­stän­di­ge er­hal­ten nur Kran­ken­geld, wenn sie entsprechend vorgesorgt ha­ben. Zum Beispiel über eine Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung, die­se zahlt dann auch 100 % des letzten Ge­hal­tes.

Sollte sich im Laufe der drei Jahre her­aus­stel­len, dass man dauerhaft ar­beits­un­fähig ist, gibt es Anspruch auf eine Er­werbs­min­de­rungs­ren­te. Spätestens drei Monate vor Aus­lau­fen des Kran­ken­geldes wird die Kran­ken­kasse Dich auf­for­dern, einen Antrag auf eine medizinische Reha zu stellen. Dann wird ge­prüft, ob eine erneute Reha-Maß­nah­me Deine Arbeitsfähigkeit innerhalb von drei bis sechs Monaten wiederherstellen kann. Falls das nicht zu erwarten ist, wird der Re­ha-­Antrag in einen Antrag auf Er­werbs­min­de­rungs­rente um­ge­wan­delt.

Spätestens drei Monate vor Ablauf des Kran­ken­geldes solltest Du Dich bei der A­gen­tur für Ar­beit melden, denn während die Renten­ver­si­che­rung deinen Antrag prüft, hast du An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­geld.


Erkrankung während der Arbeitslosigkeit

Erfolgt die Erkrankung während Deiner Ar­beits­losigkeit oder hast Du aus anderen Grün­den kei­nen Anspruch auf eine Lohn­fort­zah­lung, musst Du Dich an die Agen­tur für Arbeit wenden. Zu­nächst wird das Ar­beits­lo­sen­geld für sechs Wo­chen weitergezahlt. Im An­schluss wird, ähnlich wie bei Ar­beit­neh­mern, Kran­ken­geld für einen begrenzten Zeitraum bewilligt.


Weitere finanzielle Unterstützung

Falls offene Kredite vorhanden sind, solltest Du das Gespräch mit dem Kre­dit­insti­tut oder Dei­ner Bank suchen, um zu klären, ob die Ra­tenzahlungen für eine Zeit ausgesetzt werden kön­nen.

Weiterhin solltest Du klären, ob Anspruch auf finanzielle Unterstützung z. B. bei der Kin­der­be­treuung oder Haus­halts­hil­fe besteht.

Zum Thema „Kinderbetreuung und Haus­halts­hil­fe“ findest Du in dieser Kategorie noch weitere Ar­ti­kel, die Dir helfen können.

Quellenangaben

  1. Bundesministerium für Familie, Senioren und Jugend. https://www.wege-zur-pflege.de/start.html, abgerufen am 14.06.2018
  2. Verein pflegen-und-leben.de, https://www.pflegen-und-leben.de/, abgerufen am 14.06.2018

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