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Ernährung bei  Brustkrebs

Ernährung bei Brustkrebs

Du hast Dir vielleicht schon öfter einmal folgende Fragen gestellt:   Gibt es für Brustkrebs eine besondere Ernährungsweise? Solltest Du eventuell auf gewisse Nahrungsmittel, wie Zucker verzichten?  Gibt es Lebensmittel, die die Heilung unterstützen oder kann das Tumorwachstum durch Ernährung sogar gehemmt werden? Im Folgenden möchten wir Dir daher einige von ihnen beantworten.

Gibt es eine bestimmte Ernährungsweise bei Brustkrebs?

Ob Du Dich auf eine bestimmte Art und Weise ernähren solltest, stark von Deinem aktuellen Ernährungsstatus ab. Solltest Du zum Beispiel stark abgenommen haben oder zurzeit nicht so viel Essen können, dann läge der Fokus darauf, dass Du wieder an Gewicht zunimmst bzw. es zu halten.  Die ist entscheidend für Krankheitsverlauf, Lebensqualität und Prognose. In diesem Fall wird eine eiweiß- und fettreiche Ernährung empfohlen. Fett liefert Dir vor allem viel Energie, die Du jetzt brauchst. Hier sind aber gesunde Fette wie z.B. Omega-3-Fette gemeint.  Diese findest Du in Fisch wie Lachs, Hering, Makrele oder Sardinen, aber auch in Nüssen, Leinsamen, Avocados und Pflanzenölen wie Oliven-, Lein- und Rapsöl. Grundsätzlich sollte eine individuelle, ausgewogene, bedarfsgerechte Ernährung angestrebt werden.  Sprich bitte mit Deinem Arzt oder Onkologen, sofern Du Bedenken bezüglich Deines Gewichts hast und folge seinen Empfehlungen. Du kannst Deine Ärzte auch gezielt nach einer Überweisung zu einer Ernährungsberatung fragen.

Gibt es Nahrungsmittel, die Du bevorzugen solltest? Wenn ja, welche und warum?

Auch ohne Gewichtverlust ist Dein Eiweißbedarf zurzeit erhöht, denn Eiweiß stärkt Deinen Körper und Deine Abwehrkräfte. Daher wird empfohlen, vermehrt eiweißreiche Nahrungsmittel zu den Haupt-und Zwischenmahlzeiten zu essen. Um Deinen Organismus zu entlasten, empfehlen sich Lebensmittel mit leicht verdaulichem Eiweiß.  Dieses findest Du zum Beispiel in Milchprodukten wie Kefir, Joghurt oder Quark aber auch in Fisch und Geflügel. Eier sind ebenfalls eine gute Quelle, die Du zudem in großen Variationen zubereiten kannst (z.B. gekocht, pochiert, gebacken, als Omelette, im Pfannkuchen, als Rührei, etc.). Bei tierischen Produkten solltest Du versuchen, Bio zu bevorzugen, da Tiere aus Biozucht weniger häufig mit Antibiotika behandelt werden und auch kein pestizidbelastetes oder genmanipuliertes Futtermittel erhalten. Wenn Dir das Essen momentan schwerfällt, kannst Du Deinen Eiweißbedarf auch durch im Reformhaus oder der Apotheke erhältliche eiweißreiche, hochkalorische Trinknahrung oder Eiweißpulver erhöhen und diese zum Beispiel in Milchshakes oder Smoothies verarbeiten.

Solltest Du Fleisch oder Zucker meiden?

Es gibt Studien, die belegen, dass ein hoher Konsum von rotem Fleisch und Zucker mit einem gesteigerten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden kann. Daher solltest Du Deinen Verzehr hier einschränken.  Die allgemeine Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist, den Fleischkonsum auf 1 bis 2 Mal die Woche zu beschränken. Hierbei sollte man darauf achten, dass es sich um weißes Fleisch oder Geflügel handelt. Wurstwaren und andere stark verarbeitete, gepökelte oder geräucherte Fleischprodukte solltest Du nur sehr selten und in geringen Mengen konsumiert werden.  Die allgemeine Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zum Konsum von Zucker ist, Zucker und Salz nur in Maßen zu konsumieren. So solltest Du Lebensmittel bzw. Getränke, die mit verschiedenen Zuckerarten (z. B. Glucosesirup) hergestellt wurden, nur gelegentlich zu Dir nehmen. Als Faustregel hat die DGE empfohlen nur max. 10 % der täglichen Gesamtenergiezufuhr aus Zucker bestehen zu lassen.

Bitte folge auch hier den Empfehlungen Deines behandelnden Arztes.

Solltest Du Dich ketogen ernähren?

Sicher hast Du bereits mehrfach über die ketogene Ernährung gelesen. Trotzdem noch einmal kurz zur Erinnerung: Bei der ketogenen Ernährung schränkst Du Deinen Verzehr von Kohlenhydraten stark ein und konzentrierst Dich mehr auf eiweiß- und vor allem fettreiche Nahrungsmittel.  Da Dein Körper Kohlenhydrate in Zucker umwandelt, führst Du ihm mit dieser Ernährungsweise weniger Zucker zu. Auf diese Art soll das Wachstum der Tumorzellen gehemmt werden, da sie hauptsächlich Zucker bzw. Glukose aufnehmen.

Es liegen bisher nur einige wenige Studien mit Tiermodellen vor, die diese Theorie bekräftigen und mehr Studien werden benötigt. Allgemein sei gesagt, dass eine ketogene Ernährung sehr eingeschränkt ist, und zu einem zu ungewollten Gewichtsverlust führen kann.  Sie kann auch mit Nebenwirkungen verbunden sein.  Führe sie also bitte nur unter Aufsicht Deines Arztes bzw. Ernährungstherapeuten durch und niemals auf eigene Faust. Falls Du mehr über diese Ernährungsweise und deren Angemessenheit für Dich erfahren möchtest, sprichst Du am besten mit Deinem Behandlerteam.

Sind Nahrungsergänzungsmittel empfehlenswert?

Da einige Dosierungen toxisch wirken können, riet Ernährungstherapeutin Frau Dr. Christiane Decker-Baumann vom Nationalen Tumorzentrum in Heidelberg in einem Interview von Einzelpräparten ab.  Es gibt gewisse Antioxidantien, wie zum Beispiel Vitamin C, E oder Betakarotin, die die Wirkung der Chemotherapie zum Teil abschwächen können.  Auch vom neuen Supergewürz Curcumin rät Frau Dr. Decker-Baumann in Tablettenform ab. Der Grund dafür: es gibt über diesen sekundären Pflanzenstoff aus der Gelbwurz noch keine eindeutigen Studien. So ist die Wirkung von hohen regelmäßigen Dosen noch völlig unklar. Sie empfiehlt eher, das leckere Gewürz zum Kochen zu verwenden.

Du liest bestimmt auch immer wieder über Vitamin D und wie wichtig es ist, keinen Mangel zu haben, da Vitamin D unter anderem das Zellwachstum kontrolliert und der Immunstärkung dient.  Es sollte aber nur eingenommen werden, sofern Du einen Mangel hast. Dein Arzt kann dies über einen Bluttest feststellen. Du solltest insbesondere dann ein Auge auf Deinen Vitamin D Haushalt haben, wenn Du eine Hormontherapie machst Knochenmetastasen hast oder eine Wirbelsäulenbestrahlung erhältst.  In diesen Fällen macht das aber Dein behandelnder Arzt. Frage aber bitte nach, sofern Du das Gefühl hast, das da Klärungsbedarf für Dich besteht.

Solltest Du vor Deiner Chemo fasten?

Leider gibt es zu diesem Thema nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse. Es laufen aber derzeit viele Studien. Unter anderem eine größer angelegte Niederländische, deren Ergebnissen aber erst im Jahr 2019 erwartet werden.  Eine große Zahl von Studien hat aber generell ergeben, dass die Chemotherapie bei einem guten Ernährungsstatus bzw. mit mehr Ernährungsstatusreserven besser vertragen wird. Grundsätzlich sollte keine Gewichtsreduktion unter laufender Chemotherapie oder Bestrahlung angestrebt werden.  Nebenwirkungen und Lebensqualität und Prognose der Erkrankung können durch Deinen Ernährungsstatus ebenfalls beeinflusst werden. Daher ist es wichtig, ihn regelmäßig überprüfen zu lassen.  Sprich auch hier mit Deinem behandelnden Arzt, um zu sehen, was er Dir zum Thema Fasten in Deinem Fall rät. Fasten sollte nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.

Kann eine gesunde Ernährung das Krebsrisiko senken?

Ja, eine Reihe von Studien hat ergeben, dass eine mediterrane Ernährungsweise am besten schützt.  Hierbei handelt es sich um eine Ernährung reich an Gemüse, Fisch, Obst, Nüssen und Olivenöl. Daher spricht auch vieles für die berühmten „5 am Tag“ , also 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst. Auch das Vermeiden bzw. Reduzieren von Übergewicht kann einen positiven Effekt haben.  Als weitere Risiken gelten laut der europäischen EPIC-Studie, die mit 370.000 Frauen aus 10 europäischen Ländern durchgeführt wurde, ein hoher Konsum an zuckerreichen Lebensmitteln, Alkohol und ungesunden Fetten.

Wie Du siehst, kann eine gesunde Ernährung Dich und Deinen Körper unterstützen. Letztendlich ist es aber immer wichtig, Dich an die Empfehlungen Deines Behandlerteams zu halten. Das liegt vor Allem daran, dass der Verlauf einer Krankheit immer individuell zu betrachten ist. Solltest Du etwas über Ernährung während der Chemo- oder Strahlentherapie erfahren wollen, dann findest Du Anregungen hierzu in Mika weitere Artikel, die Dich interessieren könnten.

Quellenangaben

  1. http://www.brigitte.de/gesund/gesundheit/brustkrebs--ernaehrung-bei-brustkrebs--was-gibt-es-zu-beachten--10143784.html (15.05.2018)
  2. G.Krause-Fabricius. (2014). Wie ernähre ich mich Bei Krebs?- Was nützt, was nicht- praktische Hilfen für den Alltag. Düsseldorf: Verbraucherzentrale NRW e.V. ISBN: 978-3-86336-045-0.
  3. C. Shaw PhD. (2015). The Royal Marsden Cancer Cookbook. London: Kyle Books. ISBN: 978-85-783 232 0.
  4. G.Allen et al. (2014). Ketogenic diets as an adjuvant cancer therapy: History and potential mechanism. Redox Biology 2, 963-970.http://dx.doi.org/10.1016/j.redox.2014.08.002 (15.05.2018)
  5. A Paoli et al. (2013). Review: Beyond weight loss: a review of the therapeutic uses of very-low-cabohydrate (ketognic) diets. European Journal of Clinical Nutrition. 67, 789-796.
  6. Arends et al. (2017). ESPEN Guidelines on nutrition in cancer patients. Journal of Clinical Nutrition
  7. J.Klement, U.Kämmerer (2016). Kann eine Kohlenhydratearme/ketogene Ernährung das Tumorwachstum verzögern?. Aktuell Ernährungsmed; 41:95-102. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.

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