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Eierstockkrebs – Was   ist das / Risikofaktoren?

Eierstockkrebs – Was ist das / Risikofaktoren?

In diesem Artikel erfährst Du erste wichtige Informationen, wenn bei Dir Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) diagnostiziert wurde.

Der Eierstockkrebs (im Lateinischen Ovarialkarzinom genannt) ist eine bösartige Wucherung an einem oder an beiden Eierstöcken. Es ist die sechshäufigste Krebserkrankung der Frau. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 7.800 Frauen an Eierstockkrebs (im Vergleich hierzu erkranken ca. 70.000 Frauen jährlich an Brustkrebs). Es ist eine Erkrankung, deren Auftreten mit steigendem Alter zunimmt. Die meisten Frauen erkranken zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr.

Der Eierstockkrebs gehört aber leider zu den aggressiveren Krebsarten. Das liegt unter anderem daran, dass er meist sehr spät entdeckt wird, da lange Zeit zunächst keine Symptome oder Schmerzen auftreten.

Zur Anatomie der Eierstöcke und Beschreibung des Ovarialkarzinoms:

Der weibliche Körper besitzt zwei Eierstöcke, die die Gebärmutter umschließen. Hier werden die Keimzellen in der Embryonalentwicklung gebildet und wachsen bis zu ihrer Reife heran.

Hier können sich Geschwulste (Tumoren) bilden, die dann in der Folge auch den Bereich des Eierstockes überwuchern können und sich im Bauchraum ausbreiten können. Wenn sich Tumorzellen des Eierstockkrebs darüber hinaus über die Lymphbahnen und Blutbahnen in anderen Organen absiedeln, zum Beispiel den Lymphknoten, der Leber, der Lunge, dem Gehirn oder den Knochen spricht man von Tochtergeschwulsten oder Metastasen.

Und umgekehrt kann es auch so sein, dass z.B. der Magenkrebs Metastasen im Bereich der Eierstöcke absiedeln kann.

Kategorisierung des Ovarialkarzinoms

Gemäß der Internationalen Vereinigung für Gynäkologie und Geburtshilfe (FIGO) wird der Eierstockkrebs je nach Sitz und Ausdehnung in vier Tumorstadien eingeteilt:

  • FIGO I Der Tumor beschränkt sich auf die Eierstöcke.
  • FIGO II Der Tumor erfasst weitere Organe des kleinen Beckens wie beispielsweise die Gebärmutter, Eileiter oder das Bauchfell im kleinen Becken.
  • FIGO III Bösartige Tumorzellen befallen das Bauchfell außerhalb des kleinen Beckens oder Lymphknoten, Leber- oder Milzkapsel.
  • FIGO IV Der Tumor streut in andere Organe wie die Leber- oder Milzgewebe (Fernmetastasen).

Ursachen von Eierstockkrebs

Eine 100%ige Aussage darüber, wie Eierstockkrebs entsteht ist bis heute in der Wissenschaft nicht möglich. Allerdings weiß man, dass es bestimmte Faktoren gibt, die das entstehen begünstigen können. Diese sogenannten Risikofaktoren sind:

  • Genetische Faktoren – Eierstockkrebs tritt in bis zu 10% der Fälle familiär gehäuft auf. Das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken ist also höher, wenn bereits Mutter, Schwestern, Töchter, Tanten oder Großmütter ebenfalls daran erkrankt waren/sind. Frauen betroffener Familien erkranken außerdem häufiger an Brustkrebs (erblicher Brust- und Eierstockkrebs).
  • Zahlreiche Eisprünge – Wenn Du mehrere Kinder geboren hast oder über viele Jahre die Anti-Baby-Pille genommen hast, dann ist die Wahrscheinlichkeit zu erkranken geringer als bei Frauen, die:
  • noch nie eine Schwangerschaft ausgetragen haben
  • nie mit der Pille verhütet haben
  • ihre erste Periode sehr früh aufgetreten ist
  • spät in die Menopause (Wechseljahre) gekommen sind
  • Höheres Lebensalter Im Durchschnitt sind die Patientinnen 70 Jahre alt bei Diagnosestellung und mit jedem Lebensjahr steigen die Erkrankungsraten kontinuierlich an.
  • Starke Gewichtszunahme als Risikofaktor für Eierstockkrebs

Eine starke Veränderung des Körpergewichts während der Jugendzeit kann das Risiko, später im Erwachsenenleben an Eierstockkrebs zu erkranken ebenfalls erhöhen.

Es zeigte sich, dass Frauen, die im Alter zwischen 10 und 18 Jahren ihr Körpergewicht und damit ihren BMI stark veränderten, ein erhöhtes Risiko für Eierstockkrebs hatten.

  • Schadstoffe Es gibt offenbar auch einen Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Körperpudern im Intimbereich, die Asbest oder Talkum beinhalten und Eierstockkrebs. Frauen, die einen solchen Körperpuder anwenden, erkranken häufiger an Eierstockkrebs.

Symptome von Eierstockkrebs

Wir hatten im Einleitungstext ja bereits erwähnt, dass das Ovarialkarzinom häufig lange Zeit ohne Symptome und Beschwerden existieren kann.

Aber woran kannst Du es merken, das evtl. doch etwas nicht stimmt und Du mal einen Termin bei Deinem Frauenarzt zur Abklärung vereinbaren solltest?

  • Du fühlst Dich ohne erklärbaren Grund müde und erschöpft.
  • Du verlierst Gewicht, ohne dies aktiv zu unterstützen (Sport, Diät etc.)
  • Du bekommst zwischen Deiner eigentlichen Periode Zwischenblutungen oder blutest dauerhaft.
  • Du bist eigentlich bereits in den Wechseljahren und bekommst trotzdem wieder Blutungen.
  • Du leidest über längere Zeit unter Völlegefühl, Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder häufigem Wasserlassen, ohne das es dafür eine andere organische Ursache gibt.
  • Du hast Bauch- und Rückenschmerzen oder ein Gefühl von Druck im Becken, dass keine andere Ursache hat wie z.B. orthopädische Probleme.
  • Dein Bauchumfang wird größer, ohne dass Du dafür eine plausible Erklärung (mehr Essen, weniger Sport etc.) hast

Aber Du solltest auch wissen, dass all die hier beschriebenen Symptome ganz harmlose Ursachen haben können. Daher ist es wichtig, mit Deinem Arzt oder Gynäkologen offen über das zu sprechen, was Dich bewegt und Dir Probleme bereitet. Er wird Dich dann untersuchen und Deine Beschwerden einordnen können.

Quellenangaben

  1. Robert-Koch-Institut Berlin
  2. Kiechle, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Urban & Fischer, München 2007
  3. Interdisziplinäre Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Diagnostik und Therapie maligner Ovarialtumoren.
  4. AWMF-Leitlinien-Register
  5. Huang T et al. Associations of early life and adulthood adiposity with risk of epithelial ovarian cancer. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 21. Dezember 2018, https://doi.org/10.1093/annonc/mdy546 (03.04.2019)
  6. Taschenbuch Onkologie, Interdisziplinäre Empfehlungen zur Therapie 2018/19, München 2018
  7. Berge W et al. Genital use of talc and risk of ovarian cancer: a meta-analysis. Eur J Cancer Prev. 2018 May;27(3):248-257. doi: 10.1097/CEJ.0000000000000340 (03.04.2019)

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