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Eierstockkrebs: Warum ausgerechnet ich?

Eierstockkrebs: Warum ausgerechnet ich?

Eine Krebsdiagnose kann von Selbstzweifeln und Schuldgefühlen begleitet werden. Doch gibt es wirklich eine Schuld am Krebs?

Eine Krebsdiagnose löst eine ganze Lawine an Gefühlen aus. Es kommen möglicherweise  Phasen der Angst, der Trauer, des Zorns, des Nicht-Wahrhaben-Wollens auf dich zu. Manchmal entwickelt sich auch eine Wut gegen andere oder gegen den eigenen Körper. All diese Gefühle sind berechtigt und haben ihren Sinn. Obwohl sie sehr schwer zu ertragen und in ihrer Ausprägungen ganz verschieden sein können, sind sie doch normal. Vermutlich kann niemand einen so schweren Schicksalsschlag völlig rational verarbeiten.

Und dann war da der Krebs

Als Dein Arzt Dir Deine Diagnose mitgeteilt hat, war Dein bisheriges Leben mit einem Schlag zu Ende. Unvorbereitet kann Dich ein Orkan aus Verwirrung, Trauer, Verzweiflung, ja sogar Todesangst, mitgerissen haben. Wahrscheinlich haben sich die Gedanken in Deinem Kopf überschlagen: “Warum ausgerechnet ich? Ich habe doch niemanden etwas getan! Meine Ernährung, der Sport, alles war auf ein gesundes Leben ausgerichtet. Und nun das? Das muss einfach ein Fehler sein!” Vielen Betroffenen ergeht es so. 

Bin ich schuld am Krebs? 

Was Deine Gedanken machen, ist, eine Lösung in einer zunächst unlösbaren Situation zu suchen. Sie versuchen, etwas Unbegreifliches zu begreifen. Doch den Fehler bei sich selbst zu suchen, hilft nicht weiter. Krebs entsteht nicht, weil Du Dich falsch verhalten hast oder bist, wie Du eben bist. Selbstzweifel stürzen Dich nur in tiefe Verzweiflung. Sie nehmen Dir die Kraft, konstruktiv mit dieser neuen Situation umzugehen. Im schlimmsten Fall verschlechtern sie Deine Lebensqualität, weil Du Dich in negativen Gedanken verlierst.

Krebs als Zufall 

Krebs ist völlig unberechenbar. Er kann jeden treffen, den schlanken Sportler, den meditierenden Guru und auch den erfolgreichen Rechtsanwalt. Vielleicht kann man seine Chancen verbessern, keinen Krebs zu bekommen. Doch eine Garantie für ein krebsfreies Leben gibt es nicht.

Warum jeder Mensch an Krebs erkranken kann

Wir alle haben in unserem Organismus Stammzellen, die sich zu Milliarden Tochterzellen teilen. Bei jeder einzelnen Zellteilung können zufällige Kopierfehler im Erbgut entstehen, sogenannte Mutationen. Häufen sich die Mutationen, kann Krebs entstehen. Das bedeutet, dass in Organen mit hoher Stammzellteilung ein entsprechend großes Krebsrisiko besteht. Und das ist bei allen Menschen so. Wenn Du dazu noch ein genetisches Risiko geerbt hast, ist die Wahrscheinlichkeit für Krebs größer. 

Vermeidbare Risikofaktoren

So banal es auch klingt: Krebs ist gewissermaßen Zufall, eine statistische Wahrscheinlichkeit. Zusätzlich gibt es Risikofaktoren, die einen Ausbruch begünstigen können. Dazu gehören vor allem: 

  • Rauchen und Alkoholgenuss
  • starkes Übergewicht
  • hoher Konsum bestimmter Medikamente, wie beispielsweise Hormonpräparate
  • wenig Bewegung
  • übermäßiges Sonnen

Behandlungsoptionen für Eierstockkrebs  

Wenn Du an Krebs erkrankt bist, hilft Dir das Forschen nach der Ursache wenig. Jetzt geht es darum, nach vorne zu schauen. Wir leben in einer Zeit, in der es viele, sehr erfolgreiche Behandlungsoptionen gibt. Die Zahl derer, die an Eierstockkrebs sterben müssen, sinkt. Die Zahl der Langzeitüberlebenden wächst. Für Dich wird es in der kommenden Zeit vor allem wichtig sein, eine gute Lebensqualität zu erhalten. Dein Behandlungsteam unterstützt Dich dabei bestmöglich.

Was Du selbst tun kannst

Es ist jetzt wichtig, dass Du die Krankheit und die damit verbundenen Veränderungen akzeptieren kannst. Das kann etwas dauern, denn alle emotionalen Phase der Verarbeitung haben ihre Berechtigung und benötigen ihre Zeit. Vielleicht gelingt es Dir aber, irgendwann positiver in die Zukunft zu schauen. Patientinnen berichten, dass die Diagnose ihnen auch neue Perspektiven und Möglichkeiten eröffnet hat. Es wäre schön, wenn auch Du mit neuem Vertrauen in die Zukunft blicken könntest. 

Die Kraft der Aktivierung

Wenn Du Dich nur auf Deinen Krebs konzentrierst, wird Dein ganzes Leben davon beherrscht. Das kann dazu führen, dass Du Dich zurückziehst und keine Freude mehr am Leben hast. Das ist wahrscheinlich nicht gut für Dich. Deine Seele und Dein Sozialleben brauchen ebenso Nahrung wie Dein Körper. Es gibt viele Möglichkeiten, Lebensqualität zurückzugewinnen; Bewegung spielt dabei eine große Rolle. Lebensqualität kann aber auch entstehen durch: 

  • Gruppentherapien zum gegenseitigen Austausch
  • Entspannungstherapien
  • Begleitung durch Psychoonkologen
  • offene Gespräche mit Familie und Freunden
  • schöne Momente und Erlebnisse
  • neue Hobbys wie z. B. therapeutisches Schreiben

  1. Tomasetti, C., & Vogelstein, B. (2015). Variation in cancer risk among tissues can be explained by the number of stem cell divisions. Science (New York, N. Y.), 347(6217), 78-81, abgerufen am 19.02.2020: https://doi.org/10.1126/science.1260825
  2. Armitage, P., & Doll, R. (2004). The age distribution of cancer and a multi-stage theory of carcinogenesis. British Journal of Cancer, 91(12), 1983-1989, abgerufen am 19.02.2020; https://doi.org/10.1038/sj.bjc.6602297
  3. Most types of cancer not due to "bad luck". IARC responds to scientific article claiming that environmental and lifestyle factors account for less than one third of cancers. (2015). Central European Journal of Public Health, 23(1), 87, abgerufen am 19.02.2020: https://www.iarc.fr/wp-content/uploads/2018/07/pr231_E.pdf
  4. Krebs in Deutschland für 2015/2016. 12. Ausgabe. Robert-Koch-Institut (Hrsg.) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg.) Berlin, 2019.
  5. Bildnachweis: © pikselstock/www.stock.adobe.com

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