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Darmkrebs -   Vorbeugen, Erkennen, Behandeln – Was folgt nach der Diagnose?

Darmkrebs - Vorbeugen, Erkennen, Behandeln – Was folgt nach der Diagnose?

Darmkrebs ist in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Jährlich erkranken etwa 70.000 neue Patienten.
Zu den Risikofaktoren zählen falsche Ernährung, mangelnde Beweglichkeit, Übergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen, Stress und hohes Alter. Aber auch eine genetische Veranlagung kann die Erkrankung begünstigen.
Darmkrebs tritt vorwiegend bei älteren Patienten auf.

Was sind die typischen ersten Anzeichen und Symptome, bei denen ich einen Arzt aufsuchen sollte?

Darmkrebs ist häufig sehr lange symptomlos.
Zu Beginn der Erkrankung gibt es meist unspezifische und ungenaue Symptome, wie Unwohlsein, Antriebslosigkeit oder Gewichtsverlust.
Schmerzen treten in der Regel erst im fortgeschrittenen Stadium auf.

Was ist der erste Schritt, wenn ich die Vermutung habe, erkrankt zu sein?

Der erste Weg ist immer der Gang zum Hausarzt. Der Hausarzt untersucht Dich, führt einfache Tests durch, nimmt Dir Blut ab und nimmt möglicherweise eine Stuhlprobe. Wenn seine Ergebnisse auf eine bösartige Erkrankung hinweisen, wird der Patient in der Regel zum Spezialisten, zum Gastroenterologen überwiesen.
Der führt dann meist eine Darmspiegelung durch, denn das ist die sicherste Methode, um Darmkrebs festzustellen.
Im Rahmen der Spiegelung werden, wenn nötig, auch Gewebeproben entnommen, die dann vom Pathologen untersucht werden.

Wie geht es dann weiter – falls etwas Auffälliges festgestellt wird?

Wenn die Untersuchung des Pathologen die Diagnose bestätigt, wird der Patient stationär aufgenommen, im optimalen Fall in einem Darmkrebszentrum.
Dort arbeiten Spezialisten aller beteiligten Fachrichtungen zusammen.
Die Diagnose wird durch weitere Untersuchungen (Sonografie, Computertomografie, MRT) konkretisiert.
Anschließend stellt die Tumorkonferenz, bestehend aus Chirurgen, Internisten, Gastroenterologen, Onkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Pathologen, ein einheitliches Behandlungskonzept zusammen.

Wie kann die Therapie aussehen?

Nach wie vor ist die Operation ein wichtiger Schritt in der Darmkrebs-Therapie. Sie soll erreichen, dass der Tumor möglichst vollständig entfernt wird.
Bei fortgeschrittenen Tumorstadien ist es manchmal notwendig, den Patienten vorzubehandeln.
In der Regel besteht die Vorbehandlung aus einer Chemotherapie und wird eventuell mit einer Bestrahlung kombiniert.
Ist es nicht möglich den Tumor zu operieren, weil er z.B. schon gestreut hat, so ist es meist trotzdem möglich mit Chemotherapeutika zu behandeln und ein Fortschreiten der Erkrankung solange wie möglich zu verhindern.

Wer kümmert sich nach der Behandlung um mich?

Als Patient wirst Du auch nach dem Verlassen des Krankenhauses betreut, es gibt regelmäßige Nachsorge-Untersuchungen.
Darmkrebszentren bieten zudem Beratungsstellen mit einem gut ausgebauten Netzwerk, wo Du Dich mit Gleichgesinnten austauschen kannst, zum Beispiel im Rahmen einer Selbsthilfegruppe.

Ist Darmkrebs heilbar?

Grundsätzlich ja. Je früher der Tumor entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen.
Aber auch in fortgeschrittenen Stadien ist eine Heilung nicht ausgeschlossen.

Kann ich mich vor Darmkrebs schützen?

Man kann sich schützen, indem man frühzeitig zur Vorsorgeuntersuchung geht.
Ab dem 55. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen in Deutschland die Kosten der Darmspiegelung. Zudem wird bereits ab dem 50. Lebensjahr der chemische Stuhltest übernommen.
Wenn innerhalb einer Familie bei Verwandten ersten Grades Krebserkrankungen aufgetreten sind, sollte man schon deutlich früher zu einer Vorsorgeuntersuchung gehen.

Außerdem ist es immer sinnvoll, auf eine gesunde Lebensweise zu achten!
Hierzu gehören: eine ausgewogene Ernährung, viel Obst und Gemüse, Fleisch in Maßen, ausreichend Bewegung, Übergewicht vermeiden, auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum verzichten, Stress vermeiden.

Quellenangaben

  1. Shaha, M. (2003). Leben mit Darmkrebs. Eine ontisch-empirische Studie. Pflege, 16(6), 323-330.
  2. https://www.youtube.com/watch?v=JlM_60UlW5A&list=PLrKUlVJlpSBVD9GZYgYNiKAm_jfJOgLbH

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