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Berufstätigkeit und  Krebs

Berufstätigkeit und Krebs

Wie eine Krebserkrankung das Berufsleben beeinflussen kann und welche Möglichkeiten zum Wiedereinstieg es gibt, erfährst Du hier.

Durch eine Krebserkrankung kann auch Deine berufliche Tätigkeit beeinflusst werden. Welche Abläufe wichtig sind, wenn Du bei Deinem Arbeitgeber angestellt bist, und welche Möglichkeiten Du nach Deiner Behandlung hast, erfährst Du im Folgenden.


Was passiert mit meiner Berufstätigkeit, wenn ich eine Krebserkrankung habe?

Wenn Du einen Beruf hast, bei dem Du als Arbeitnehmer angestellt bist, erfolgt mit der Diagnose meistens eine Krankschreibung bzw. eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Diese muss dem Arbeitgeber und Deiner Krankenkasse vorgelegt werden, damit Dein Gehalt weiter gezahlt wird (Entgeldfortzahlung). Dies geschieht für die ersten 6 Wochen Deiner Krankschreibung.
Besteht die Krankschreibung mit derselben Diagnose über die 6 Wochen hinaus, wird ab der 7. Woche die Krankengeldzahlung von der Krankenkasse übernommen. Deine Gesetzliche Krankenversicherung zahlt Dir 70% Deines Brutto-Einkommens, aber nicht mehr als 90% Deines Netto-Einkommens. Die Krankenkasse zahlt Dein Krankengeld für längstens eineinhalb Jahre innerhalb von drei Jahren, wenn Du mit derselben Diagnose krank geschrieben bist.
Am Ende Deiner Behandlungsphase kannst Du mit Deinen Ärzten sprechen, ob und wie Du wieder in Deinen Berufsalltag zurückkehren möchtest. Dann gibt es einige Möglichkeiten, wie Du vorgehen kannst:


Erneuter Berufseinstieg

Solltest Du wieder in Deinen vorherigen Beruf einsteigen, dann gibt es die stufenweise Wiedereingliederung, auch als Hamburger Modell bezeichnet. Hierbei fängst Du erst an, ein paar Stunden pro Woche zu arbeiten und steigerst Dich in den folgenden Wochen und Monaten bis zur vollen Zeit oder einer vereinbarten Teilzeit. So kannst Du Dich langsam an die Arbeitsbelastung gewöhnen und Deine Leistungsfähigkeit steigern.
Es gibt natürlich auch die Möglichkeit verkürzt zu arbeiten, also eine Vollzeitstelle auf eine Teilzeitstelle zu reduzieren. Dies solltest Du in Absprache mit Deinem Arbeitgeber, Deinem Arzt und Deiner Krankenkasse machen.


Neuer Beruf

Sollte es Dir nicht möglich sein, in Deinen vorherigen Beruf wieder einzusteigen, dann gibt es die Möglichkeit der beruflichen Rehabilitation. Darunter werden Maßnahmen gefasst, die Dir ermöglichen sollen, wieder einen Beruf zu finden. Diese Maßnahmen können Weiterbildungen, Umschulungen, Berufsvorbereitungen, Trainings oder auch berufliche Ausbildungen sein. Mehr Informationen bekommst Du bei der Agentur für Arbeit oder der Gesetzlichen Rentenversicherung.


Schwerbehinderung

Durch die Erkrankung kann es sein, dass Du beim Versorgungsamt einen Antrag auf Anerkennung einer Schwerbehinderung stellen kannst. Mit einer anerkannten Schwerbehinderung stehen Dir einige Vorteile beim Deinem Arbeitgeber zu, wie z.B. 5 Tage mehr Urlaub pro Jahr. Unter dem Stichwort „Schwerbehindertenausweis“ in der Suchfunktion findest du weitere Einzelheiten hierzu.


Kein Berufseinstieg

Solltest Du Deinen Arbeitsplatz während der Erkrankung verlieren, dann besteht für Dich ein Anspruch auf Arbeitslosengeld. Nach 5 Jahren (oder 60 Monaten) Wartezeit besteht in der Regel auch ein Anspruch auf Rente. Hierbei kann zwischen der Rente auf Zeit, der Frühberentung, Erwerbsminderungsrente und Berufsunfähigkeitsrente unterschieden werden.
Bevor eine Rente in Erwägung gezogen wird besteht jedoch der Grundsatz „Reha vor Rente“. Das heißt, zunächst soll die berufliche Wiedereingliederung ermöglicht werden. Denn auch eine regelmäßige Arbeit kann sich positiv auf die Gesundheit und Zufriedenheit auswirken. Ist dies nicht möglich, wird eine Berentung in Betracht gezogen.


Weitere Informationen wie es mit Deiner beruflichen und finanziellen Situation nach der Erkrankung weiter laufen soll, kannst Du mit folgenden Anlaufstellen klären:
• Sozialdienst des Krankenhauses
• Gesetzliche Krankenversicherung
• Rentenversicherung
• Agentur für Arbeit

Quellenangaben

  1. https://www.krebs-und-beruf.de/ (07.05.2018)
  2. Isenberg, K. (1996). Verzicht auf einen Schwerbehindertenausweis aus Gründen der Eingliederung in das Berufsleben (Relinquishment of the special identity card for severely disabled persons for reasons of integration in working life) in Behindertenrecht.
  3. Otto, S. (2015). Schwerbehindertenausweis. In Brustkrebs–Hilfe im Bürokratie-Dschungel (pp. 85-103). Springer, Berlin, Heidelberg.
  4. Mentschke, L., Leuteritz, K., Daneck, L., Breuer, N., Sender, A., Friedrich, M., ... & Geue, K. (2017). Krebs und Karriere?–Eine qualitative Untersuchung zur beruflichen Situation und Integration junger Erwachsener mit Krebs. PPmP-Psychotherapie· Psychosomatik· Medizinische Psychologie, 67(02), 76-82.

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