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Hilfe bei Depressionen

Autor: Nicole Ziese • Fachliche Prüfung: Dr. Henriette Quack
Lesedauer ca. 5 Minuten

Wenn negative Emotionen während Deiner Erkrankung zu übermächtig werden gibt es Hilfe!

Jeder Mensch geht mit belastenden Situationen anders um. Daher reagiert jeder Mensch auch unterschiedlich auf die Diagnose einer ernsthaften Erkrankung und kann die Belastungen der darauffolgenden Therapie unterschiedlich gut verarbeiten. Niemand kann sich aussuchen, wie er oder sie in einer solchen Ausnahmesituation reagiert. In vielen Fällen können ausgeprägte Ängste, eine so genannte Depression, auftreten.
Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die behandelt werden soll und kann. Hierzu eignet sich einerseits eine Psychotherapie. Andererseits erhalten Betroffene oftmals spezielle Medikamente, die so genannten Antidepressiva. Leider helfen die bekannten Antidepressiva in der Regel erst nach einer gewissen Zeit. Es gibt auch immer wieder Betroffene, denen diese Medikamente nicht optimal helfen. In anderen Fällen können starke Nebenwirkungen auftreten.

Solltest Du nach Deiner Diagnose oder im Rahmen der Behandlung merken, dass negative Gefühle übermächtig werden, dann solltest Du dies unbedingt mit Deinem Arzt besprechen. Dann kann abgeklärt werden, ob eine Depression vorliegt oder ob es sich um eine vorübergehende negative Stimmung handelt.

Mika möchte Dir helfen, optimal vorbereitet in ein solches Gespräch mit Deinem Arzt hinein zu gehen.

Daher erfährst Du hier, mit welchen Fragen abgeklärt wird, ob eine Depression vorliegt. Alle Fragen beziehen sich auf den Zeitraum der vergangenen (mindestens) zwei Wochen:

  • Ist Deine Stimmung gedrückt?
  • Hast Du das Interesse/die Freude an Dingen verloren, die Dich sonst interessiert haben?
  • Fühlst Du eine bleierne Schwere und Müdigkeit oder aber eine innere Unruhe?
  • Fehlt es Dir an Selbstvertrauen oder Selbstwertgefühl?
  • Fällt es Dir schwer Dich zu konzentrieren?
  • Grübelst Du häufig über Dinge?
  • Bist Du unsicher, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen?
  • Hast Du mit starken Schuldgefühlen oder vermehrter Selbstkritik zu kämpfen?
  • Ist das Gefühl von Hoffnungslosigkeit und negativen Zukunftsperspektiven bei Dir sehr stark ausgeprägt?
  • Leidest Du unter ausgeprägten Schlafstörungen?
  • Leidest Du unter einem verminderten Appetit?
  • Kennst Du tiefe Verzweiflung oder sogar Todesgedanken?

Je mehr Fragen Du mit „Ja“ beantwortest, desto wahrscheinlicher ist es, dass Du eine Depression hast.

Wichtig: Dieser Fragebogen kann keine Diagnose durch einen Arzt ersetzen. Bitte suche also in jedem Fall dringend Deinen Arzt auf, wenn negative Emotionen Dich dauerhaft belasten. Du kannst Dich sowohl an Deinen Hausarzt, Deinen Onkologen als auch an Deinen Psychotherapeuten oder Psychoonkologen wenden.

Wichtig: Wenn Du starke Ängste und Sorgen haben solltest, ohne dass bei Dir eine Depression vorliegt, dann nimm auch diese Situation ernst. Es gibt zahlreiche Angebote, die Dir während Deiner Behandlung und auch in der Phase nach der Behandlung helfen können, die positiven Seiten in Deinem Leben wahrzunehmen und diese dann auch zu genießen. Dabei ist nicht die Rede von den großen Glücksmomenten, sondern von Kleinigkeiten wie einem Spaziergang in der Sonne, einen Besuch von Freunden oder ein leckeres Essen.

In der Rubrik „Ernährung und Rezepte“ findest Du Anregungen, wie Du Dir mit einem leckeren und gesunden Essen selbst etwas Gutes tun kannst.

Dein Arzt wird Dich gründlich untersuchen und mit Dir über Deine Situation und Deine Gefühle sprechen. Steht am Ende fest, dass Du eine Depression hast, so kann es gut sein, dass Du Medikamente erhältst. Dabei handelt es sich um so genannte Antidepressiva, die die negativen Gefühle dämpfen. Die Medikamente ändern nichts an der Tatsache, dass Du gerade eine große Herausforderung in Deinem Leben meistern musst. Aber sie erleichtern es Dir, mit den Gefühlen umzugehen, die auftauchen.

Begleitend zu der medikamentösen Therapie wird Dir Dein Arzt wahrscheinlich eine Psychotherapie empfehlen. Eine solche Therapie hat mehrere Ziele.

  • Du erlernst Strategien, die Dir beim Umgang mit Deinen Ängsten helfen.
  • Die Therapie trägt dazu bei, dass Dein Selbstvertrauen wieder zurückkehrt.
  • Vor allem wirst Du lernen, Deine Krankheit als das anzunehmen, was sie ist: ein schicksalhaftes Ereignis. Du hast keine Schuld daran, dass Du erkrankt bist. Gleichzeitig hast Du die Handlungskompetenz, selbst über Deine Behandlung zu entscheiden.
Wichtig: Eine Depression ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Solltest Du bei Dir Anzeichen dieser Erkrankung feststellen, wende Dich an einen Arzt. Wenn Du eine Behandlung mit Medikamenten oder einer Psychotherapie ablehnst, ist das Deine Entscheidung.
Besprich auch dies mit Deinem Arzt. Dann könnt Ihr gemeinsam überlegen, was Dir helfen kann

Quellenangaben
  1. Depression: Ketamin als Nasenspray beseitigt rasch Suizidgedanken: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/93502/Depressionen-Ketamin-als-Nasenspray-beseitigt-rasch-Suizidgedanken (18.06.2019)
  2. Wie Ketamin die Depression zügelt: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/89347/Wie-Ketamin-die-Depressionen-zuegelt (18.06.2019)
  3. Macht Ketamin abhängig? Antidepressive Wirkung beruht auf Aktivierung von Opiatrezeptoren: https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=17&typ=1&nid=97515&s=depression&s=ketamin&s=und (18.06.2019)
  4. Überblick therapeutische Verfahren: https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/erkrankungen/depressionen/psychotherapeutische-verfahren/ (18.06.2019)
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